Stendal l Mittlerweile gehört die Lücke zwischen dem Musikhaus Liebisch und dem „Mäc-Geiz“-Laden, genau gegenüber der Einfahrt zum Hoock, so sehr zum Bild der nördlichen Breiten Straße, dass viele sich gar nicht mehr an die frühere Bebauung erinnern. Doch dort, wo bis zur Wende das Geschäft „Porzellan-Weiß“ war, wird in den kommenden Monaten die Lücke wieder geschlossen – und damit ein Vorhaben umgesetzt, dessen erste Ideen in die Mitte der 1990er Jahre zurückreichen.

Denn schon 1994 hatte der Investor das Grundstück gekauft und erste Pläne entwickelt. Den zum Beispiel, dort ein Ärztehaus oder ein Geschäftshaus anzusiedeln, das es so zu dieser Zeit noch nicht in der Innenstadt gab. Erste Vorgespräche hatten stattgefunden, die Pläne wurden konkreter – aus verschiedenen Gründen mussten sie dann aber ruhen. Jahre zogen ins Land – Jahre, in denen sich der Stendaler Unternehmer eine positivere Entwicklung für die nördliche Breite Straße gewünscht hätte. Zwischenzeitlich hatte er darum sogar überlegt, das Grundstück wieder zu veräußern.

Zwei Ladengeschäfte

Nun möchte der Investor aber doch sein Vorhaben umsetzen und das Grundstück Breite Straße 24 bebauen. Der Bauantrag ist im vergangenen Jahr gestellt worden, mit den konkreten Planungen ging es im Herbst los. „Die Stadt ist sehr kooperationsbereit“, sagt der Bauherr.

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Direkt an der Straße und damit als Lückenschluss wird ein dreigeschossiges Gebäude errichtet. Unten gibt es zwei Ladengeschäfte, daneben eine Tordurchfahrt. Die zweite Etage bietet zwei Wohnungen mit Balkonen zur Rückseite, das Dachgeschoss hat ebenfalls zwei Wohnungen. Deren Terrassen gehen zur Breiten Straße hinaus, die Wände sind nach hinten versetzt. Die Wohnungen in diesem Gebäude sind zirka 70 Quadratmeter groß.

Im hinteren Bereich des recht langgezogenen Grundstückes wird ein separat stehendes Wohngebäude errichtet, ein modernes mit großen Fenstern. Im unteren und mittleren Geschoss gibt es jeweils zwei Wohnungen mit Größen um die 100 Quadratmeter und zu jeder eine Terrasse. Das dritte Geschoss ist eine einzige Wohnung mit großzügiger Dachterrasse.

„Alle Wohnungen sind mit einem Fahrstuhl erreichbar“, erklärt der Bauherr. Auch wenn die Gebäude nur drei Etagen haben, habe er sich bewusst für Fahrstühle entschieden, weil auch immer mehr ältere Menschen vom Stadtrand oder aus den Dörfern in die Stendaler Innenstadt ziehen. Auch beim Innenausbau wird auf diese Details geachtet, unter anderem bekommen die Bäder bodengleiche Duschen. Zum Gesamtvorhaben gehört außerdem die Grundstücksgestaltung mit Stellflächen für Autos und Entsorgungstonnen, Bäumen und Grünflächen sowie Wegen.

Begonnen wird mit dem hinteren Wohngebäude, „aber dann wollen wir recht schnell parallel an beiden arbeiten“, kündigte der Investor an. Sein Plan ist, dass die Wohnungen und die beiden Geschäfte im Sommer kommenden Jahres bezugsfertig sind. In den vergangenen Tagen waren die Bauarbeiter unter anderem damit beschäftigt, Bohrpfähle für das Fundament in den Boden zu bringen.