Eröffnung steht bevor

Der Festakt zur Eröffnung des Museums findet am Freitag, 7. Dezember, statt. Ab Sonntag, 9. Dezember, steht das Museum ab 10 Uhr allen Besuchern offen. Zu sehen sein wird die neue Dauerausstellung, die mit Audio-Guide erlebbar ist. Im neuen Familienmuseum gibt es unter anderem einen Vulkan, ein römisches Haus sowie einen antiken Hafen. In einem Sammlungskabinett ist die Ausstellung „8000 Jahre Kunst – das Mäzenaten-Museum“ zu sehen. Eine Sonderausstellung zeigt „Niemand kann den Mann höher schätzen als ich .... – Winckelmannn und Lessing“.

Stendal l Man habe sich das Beste für den Schluss aufgehoben, sagte Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU), als am Montag der 38. Tagesordnungspunkt des Stadtrates aufgerufen wurde und es um die Mehrkosten von 495.000 Euro für das Winckelmann-Museum ging. Im Oktober 2018 hatte der Stadtrat die Vorlage nach heftiger Diskussion zurückgezogen und vertagt.

Wollmann will Rechnungshöfe einschalten

Oberbürgermeister Schmotz appellierte, man solle das „Aushängeschild nicht auf halbem Wege stehen lassen“. Er gebe zu, dass das Bauvorhaben „nicht besonders gut gelaufen“ sei. Jedoch müsse man auch anerkennen, dass die Winckelmann-Gesellschaft 1,5 Millionen Euro zusammen bekommen habe. Die Stadt sei ursprünglich mit 230.000 Euro dabei gewesen.

Mit zwei Nachträgen von zusammen nun rund einer Millionen Euro wird der Anteil der Stadt bei insgesamt 330.000 Euro liegen. Den größten Batzen – auch der Nachträge – soll das Land Sachsen-Anhalt zu 90 Prozent tragen. Man sei in Gesprächen mit dem Land und werde einen Antrag über die gesamte Nachschlagsumme stellen, sagte Schmotz. Bis das Geld freigeben werde, solle ein Betrag von 170.000 Euro mit einer Haushaltssperre versehen werden, schlug Schmotz vor. Dies ist Geld für Baumaßnahmen, die zwar sehr wünschenswert für das Gesamtkonzept seien, aber am Ende nicht notwendig.

Herbert Wollmann von der Fraktion SPD, FDP, Piraten, Ortsteile war dem Oberbürgermeister „Haushaltstricksereien“ vor. Und Wollmann brachte noch schärfere Geschütze in Stellung. Er werde nicht nur die Kommunalaufsicht, sondern auch den Landes- und den Bundesrechnungshof einschalten. Diese Institutionen sollen überprüfen, ob die Fördergelder bei der Museumssanierung ordnungsgemäß eingesetzt worden seien. Er wolle auch geprüft haben, inwiefern möglicherweise die Winckelmann-Gesellschaft mit für den Verzug der Bauarbeiten verantwortlich sei. Laut Vertrag habe die Gesellschaft Baufreiheit schaffen müssen. „Ich möchte wissen, ob das passiert ist“, sagte Wollmann.

Kritik von Güssau an der Verwaltung

Der Fraktionschef warf in der Debatte insbesondere Hardy Peter Güssau vor, dass dieser sich bis vor kurzem noch hingestellt habe und einen Baustopp gefordert habe. „Jetzt klingt das wieder ganz anders“, sagte Wollmann.

Güssau hatte als Fraktionschef CDU/Landgemeinden gesagt, es aus seiner Fraktion zähneknirschend eine Zustimmung geben werde. Allerdings hatte Güssau bei seiner Kritik an der Verwaltung und auch der Winckelmann-Gesellschaft nicht gespart. „Das ganze Vorhaben ist nach außen ein Desaster“, sagte er. Es habe einzelne in der Bauverwaltung gegeben, die „nicht richtig gearbeitet“ haben. Ausufernde Kosten hätten fast schon System. Und auch die Winckelmann-Gesellschaft hätte am liebsten fünf oder acht Millionen Euro ausgegeben. Die Stadträte seien am Ende Claqueure, denen nichts anderes übrig bliebe, als den Mehrkosten zuzustimmen. „Das Museum gehört fertiggestellt“, sagte Joachim Röxe, Fraktionsvorsitzender Linke/Grüne.

Am Ende stimmten 23 Stadträte für die Mehrkosten, elf dagegen, einer enthielt sich.