Finanzausschuss lehnt Kauf von Leersäule ab

Um das „Blitzen“ mobiler und flexibler zu machen, plante die Stadt bislang den Kauf eines Stativs und einer festen Säule, um den Blitzer wahlweise stationär – ohne Mitarbeitereinsatz – aufbauen zu können.

Allerdings sahen am Dienstag im Finanzausschuss die Mitglieder den Kauf der Leersäule als viel zu teuer an. 50 000 Euro sind von der Verwaltung dafür in den Haushalt 2017 eingestellt worden. Auf Antrag von Heinz-Jürgen Twartz (CDU) wurde die Summe gestrichen. Vier Ausschussmitglieder stimmten dem Antrag zu, drei Mitglieder enthielten sich.

Mit dem Blitzer in Buchholz konnten im vergangenen Jahr 124 754,98 Euro an Verwarngeldern von der Stadt eingenommen werden. Mobil waren es 89 215,36 Euro. Dazu kamen 55 886,56 Euro, die von der zentralen Bußgeldstelle des Landes in Magdeburg stammten, die Stadt erhält 50 Prozent der Bußgelder. (bb)

Stendal l Wer aufmerksam parkende Autos am Straßenrand beobachtet, um nicht in die Blitzerfalle zu tappen, muss in Stendal nach einem neuen Modell Ausschau halten: einen silberfarbenen VW Caddy mit dem Kennzeichen SDL-C 2013. Das C steht für den Autotyp, die Zahl für das Baujahr. Denn die Stadt hat für den neuen Blitzer einen gebrauchten VW zum Preis von rund 16.600 Euro erworben. Wegen der neuen Messtechnik musste es ein höheres Fahrzeug als das bisherige sein. In die Messausrüstung wurden rund 78.400 Euro investiert. Dabei handelt es sich um Lasertechnik, bisher war die herkömmliche Radartechnik genutzt worden.

Mehr Fotos verwendbar

Die veraltete Technik war ein Grund, warum der Stadtrat im Jahr 2016 die Anschaffung eines neuen Messgerätes beschlossen hatte. „Wir können jetzt auch an Orten stehen, die bisher nicht möglich waren“, erklärte Ordnungsamtsleiterin Ulla Fernitz. Zum Beispiel mache die flexibel einsetzbare Lasertechnik nun Kurvenmessungen möglich. „Und auch die Qualität der Bilder ist eine bessere“, fügt sie hinzu. Dadurch werde die Fahreridentifikation und damit die Beweisführung erleichtert. Heißt: Mehr Geblitzte als bisher dürfen mit Post rechnen, weil mehr Fotos verwendbar sind.

Im vergangenen Jahr waren 4730 Überschreitungen beweissicher erfasst worden. Wie beim Vorgänger kann aus der Heck-, der Vorder- oder der Seitenscheibe geblitzt werden. Am Dienstag wurde der VW Caddy nach Stendal geholt, am Mittwoch wurden weitere Mitarbeiter des Stadtordnungsdienstes geschult (insgesamt sind nun zwölf Mitarbeiter fit für den Einsatz), am Donnerstag gab es die offizielle Vorstellung von Fahrzeug und Messgerät – und ab dem 10. März ist es im Einsatz in der Stadt und in den Ortsteilen. „Jetzt zum Start zuerst vor Schulen und Kindereinrichtungen“, kündigte Mandy Heidemann, Sachgebietsleiterin im Ordnungsamt, an. Besetzt wird das Fahrzeug wie bisher im Zwei-Schicht-System. Zwischen 6.30 und 22.30 Uhr ist der mobile Blitzer werktags unterwegs, „und manchmal auch samstags“, informierte Ulla Fernitz.

Bilder

Die Stadt Stendal hat seit 1998 ein mobiles Blitzgerät im Einsatz, im Stadtgebiet gibt es seit April 2014 im Ortsteil Buchholz auch ein stationäres. Das bisherige Messfahrzeug ist zehn Jahre alt und in letzter Zeit sehr reparaturanfällig. Es soll veräußert werden, eventuell komplett mit der schon installierten Messtechnik. Wenn das nicht klappt, geht die Technik zurück in den Hersteller und das Auto wird separat verkauft.