Stendal l Architekt Lutz Schwarzbrunn steht der Schaffung eines neuen Parkplatzes an der Mühlenstraße sehr skeptisch gegenüber. Die Pläne seien vor knapp zehn Jahren unter ganz anderen Voraussetzungen entworfen worden. „Und dann ging es um fehlende Stellflächen im westlichen Altstadtbereich und es wurde damit gerechnet, dass der Parkplatz Wüste Worth wegfällt“, sagte er gegenüber der Volksstimme. Nun werde der Parkplatz Wüste Worth nicht bebaut und am NP-Markt am Westwall gebe es weitere Parkflächen, wenn auch keinen öffentlichen Parkplatz. Das Bauvorhaben Mühlenstraße sei überflüssig.

Stadt bestreitet Zusammenhang

Die Stadt hingegen widerspricht, dass die beiden Parkplätze im Zusammenhang miteinander stehen. „Der Ausbau der Mühlenstraße und die damit verbundene Errichtung der Stellplatzanlage stand zu keinem Zeitpunkt vordergründig in einem kausalen Zusammenhang zur öffentlichen Stellplatzanlage Wüste Worth“, beantwortete Stadtsprecher Klaus Ortmann eine dementsprechende Anfrage der Volksstimme. Planungsleitgedanke sei immer, zur Attraktivitätssteigerung der Altstadt als Wohnstandort, dem damit einhergehenden Stellplatzbedarf für Bewohner Rechnung zu tragen. Darüber hinaus sei durch die Bebauung der Brachflächen im Bereich Rohrstraße/Karnipp, in nicht unerheblichem Maße die bisherige provisorische Parkplatznutzung entfallen.

Der im Bebauungsplan „Westwall/ Wüste Worth“ festgesetzten Stellplatzanlage lag unter anderem auch der Fakt zugrunde, dass aufgrund der das Areal querenden verrohrten Uchte und des Abwasserhauptsammlers eine hochbauliche Nutzung der Fläche auszuschließen sei.

Fördermittel bereits bewilligt

Doch nicht nur das mögliche Überangebot an Stellflächen stört Schwarzbrunn. Er hält auch die Lage des geplanten Parkplatzes nicht für gut. „Ein großer öffentlicher nicht einsehbarer Parkplatz unmittelbar hinter zwei Schulen – die Probleme, die daraus erwachsen können, sind bekannt“, meinte er. Bundesweit würden Programme zum Rückbau von so genannten Angsträumen aufgelegt und umgesetzt. Auch diesen Einwand lässt die Stadt nicht gelten. „Aus Sicht der Hansestadt Stendal ist kein Gefahrenpotenzial gegeben“, heißt es vom Stadtsprecher. Die angrenzenden Grundstücke werden umzäunt, wenn der Parkplatz fertiggestellt ist.

Und das soll im kommenden Jahr soweit sein, der Parkplatz steht im Haushaltsplan 2016. Die Kosten der Gesamtmaßnahme belaufen sich inklusive aller Nebenleistungen auf rund 725 000 Euro, es entstehen 77 neue Stellplätze. Die Finanzierung ist über bewilligte Mittel aus dem Programm Stadtumbau Ost - Aufwertung abgesichert.