Einsegung von Thomas Vesterling

Neuer Pfarrer kommt aus Übersee

Von Doreen Schulze

Thomas Vesterling ist der neue Pfarrer im Pfarrbereich Klein Schwechten. Der 35-Jährige wurde am Sonntag während eines Festgottesdienstes in Eichstedt als Pfarrer im Entsendungsdienst, eine dreijährige Bewährungszeit für Jungpfarrer, eingesegnet.

Eichstedt. Seit wenigen Tagen weilt Thomas Vesterling, der neue Pfarrer im Pfarrbereich Klein Schwechten, erst wieder in Europa. Vor kurzem wer er noch in den USA.

Thomas Vesterling ist, wie der Name bereits vermuten lässt, aber kein US-Import. Der 35-Jährige ist in Wernigerode geboren und in Schierke aufgewachsen. Der Aufenthalt in den USA war ihm über die Aufnahme eines Sondervikariats in den Vereinigten Staaten möglich. Dort gestaltete er das Gemeindeleben unter anderem in Washington und New York mit. "Ich habe viele neue Eindrücke gewonnen, die ich bei der Arbeit in der Gemeinde hier auch umsetzen möchte", berichtet Versterling. Ziel seines Amerika-Aufenthaltes war es: "Das Feindbild, dass mir noch an Tagen, an denen Schierke zum Sperrgebiete gehörte, eingeprägt wurde, zu differenzieren." Dies ist ihm auch gelungen. Versterling fand Freunde "hinterm Teich". Der Kontakt zu ihnen bleibt bestehen, wie er versichert.

Dem Aufenthalt in den USA gingen der Zivildienst, das Studium und das Vikariat, vergleichbar mit der Referendarzeit bei Lehramtsanwärtern, voraus. Bewusst entschied sich Vesterling, der keine Waffe in die Hand nehmen wollte, nach dem Abitur nicht nur für den Zivildienst, sondern auch gezielt für den Dienst in einer kirchlichen Einrichtung, dem Kreisjugendpfarramt Wernigerode. In Greifswald, Tübingen, Amsterdam und Halle studierte er Theologie. Bewusst wählte er Studienorte in den alten Bundesländern und im Ausland, um aus einer anderen Perspektive auf die Dinge des Lebens zu schauen. "Der Aufenthalt in Amsterdam hat meinen Blick auf Sachsen-Anhalt, auf Deutschland verändert", beschreibt er.

Das Sondervikariat in den USA ist zu Ende. Für Vesterling beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt, die dreijährige Amtszeit im Entsendungsdienst, der die Einführung in den Pfarrdienst folgt. Bis dahin obliegen Versterling bereits alle Rechten und Pflichten eines Pfarrers. Superintendent Michael Kleemann segnete Vesterling am Sonntag in sein neues Amt ein.

Eineinhalb Jahre lang war die Pfarrstelle vakant, Das Pfarrerehepaar Drafehn zog aus der Altmark nach Schilda. Das Gemeindeleben kam dennoch nicht zum Erliegen, obwohl vier weitere Stellen im Kirchenkreis vakant waren. Zu verdanken ist dies den Gemeindekirchenräten, die sich um zahlreiche Aufgaben kümmerten, und den Pastoren im Ruhestand, die Gottesdienste in den Kirchen durchführten. Bei ihnen bedankte sich Superintendent Michael Kleemann.

"Ein Neuanfang ist immer auch das Ende von etwas", sagte Vesterling in seiner Antrittspredigt. Es gilt von einigen Gewohnheiten im Laufe der vergangenen eineinhalb Jahre Abschied zu nehmen, denn die Zeit der Vakanz, die Zeit in der Schwebe habe durchaus ihren Charme und ermögliche, auch mal unkonventionelle Wege zu beschreiten, erklärte er weiter. "Dass der Superintendent persönlich Gottesdienste in Eich-stedt abhält, damit ist es nun vorbei, und auch die Pfarrer im Ruhestand freuen sich nun auf etwas mehr Freizeit", fügte er an.

Vesterling ist nun für die Kirchengemeinden in Klein Schwechten, Eichstedt, Goldbeck, Möllendorf, Groß Ellingen, Klein Ellingen, Baben, Hohenberg-Krusemark, Bertkow Plätz und Petersmark zuständig. Das Pfarrbüro ist in Bertkow. Sobald der Umbau des Pfarrhauses in Klein Schwechten abgeschlossen ist, wird Vesterling dort ein Zuhause für die kommenden Jahre finden. Derzeit ist er in Stendal untergebracht.

"Zurzeit lebe ich aus dem Koffer", berichtet der Pfarrer. Frisch aus Amerika zurückgekehrt, besitzt er derzeit nur, was er von dort mitbrachte. Seine weiteren Habseligkeiten befinden sich noch in Kisten in Merseburg. Bis zu seiner Abreise in die Vereinigten Staaten absolvierte er dort sein reguläres Vikariat in der Domgemeinde.

Übrigens: Morgen heiratet Thomas Vesterling. Seine Braut brachte er nicht aus Amerika mit. "Sie ist mir trotz das langen Auslandsaufenthalts erhalten geblieben", ist Versterling glücklich.