Wirtschaftspreis Altmark

Optik-Unternehmen aus dem Altmark-Dorf Brunkau trotzt der Corona-Krise

In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Firma „visuSolution“ aus Brunkau mit ihren optischen Produkten am Markt etabliert. Auch die Corona-Krise kann dem Gewinner des altmärkischen Wirtschaftspreises wenig anhaben.

Von Antonius Wollmann
Michael Ziche, Landrat des Altmarkkreises Salwzwedel, schaut zu, wie eine Mitarbeiterin ein Werkstück bearbeitet. Die Firma produziert momentan ausschließlich in Brunkau.
Michael Ziche, Landrat des Altmarkkreises Salwzwedel, schaut zu, wie eine Mitarbeiterin ein Werkstück bearbeitet. Die Firma produziert momentan ausschließlich in Brunkau. Fotos: Antonius Wollmann

Brunkau - Vor den Folgen der Corona-Pandemie sind auch Träger des Wirtschaftspreises Altmark nicht gefeit. Als im vergangenen Jahr die Geschäfte schließen mussten, traf das auch die „visuSolution“. Spezialisiert hat sich die Firma auf die Herstellung von Zentriergeräten für Brillengläser und computergestützte Lesehilfen für Sehbehinderte. Doch wenn Optiker keine Kunden mehr bedienen, drosseln sie nun mal automatisch die Nachfrage nach den Produkten der Firma aus dem Tangerhütter Ortsteil Brunkau. Die Chefs reagierten und ordneten Kurzarbeit an. Mittlerweile habe sich die Lage wieder entspannt, erzählt Geschäftsführer Arne Fischer am Dienstag, als er namhaften Besuch durch die Räume seines Unternehmens auf einem idyllischen altmärkischen Vierseiten-Hof führt.

Die Landräte der beiden altmärkischen Landkreise und die Chefs der Sparkassen wollen sich anschauen, wem sie 2020 ihre Auszeichnung in der Kategorie „Verarbeitendes Gewerbe“ verliehen haben. Die Entwicklung der „visuSolution“ sei symptomatisch für die Wirtschaft in der Region, schätzt Stendals Landrat Patrick Puhlmann (SPD) ein: „Unsere Unternehmen zeichnet eine gewisse Robustheit aus, die sich positiv in der Krise auswirkt.“ Gepaart mit der Kraft innovativer Ideen würden viele den negativen Auswirkungen trotzen.

„visuSolution“ liefert in die ganze Welt

Dabei trifft die so oft zitierte Losung vom „Hidden Champion“ (englisch: heimliche Gewinner) fast idealtypisch auf das Brunkauer Optik-Unternehmen zu. Wer würde denn auf den ersten Blick vermuten, dass am Ende einer engen Dorfstraße in einem 41-Seelen-Ort eine Firma ihren Sitz hat, deren Produkte in der ganzen Welt gefragt sind?

Offensichtlich ist aber der Standort am Ende gar nicht so entscheidend, sondern viel mehr das, was in den Räumen gefertigt und anschließend verschickt wird.

Dort sitzen die Mitarbeiter hochkonzentriert an ihren Plätzen. Sie feilen an ihren Werkstücken oder setzen Bauteile zusammen. Präzision steht an höchster Stelle.

31 Beschäftigte verdienen bei der „visuSolution“ mittlerweile ihr Geld. „Begonnen haben wir vor fünf Jahren mit 20 Angestellten“, erzählt Arne Fischer. Damals entschied er sich mit seinem Geschäftspartner Maik Zwick, einen Teil des Geschäfts der Firma „Ollendorf Messsystem“ zu übernehmen. „Perspektivisch wollen wir personell aufstocken“, blickt der Geschäftsführer voraus.

„visuSolution“ will weiter in der Altmark investieren

Mit der Gründung ging ein Wechsel in der Unternehmenskultur einher. Mehr Verantwortung wollten die Chefs ihren Angestellten einräumen. „Jeder ist sozusagen Manager seiner eigenen Abteilung und damit den eigenen Ergebnissen seiner Arbeit verpflichtet“, beschreibt Arne Fischer den Ansatz.

Dabei zeichne sich ab, dass der Standort in Brunkau doch ein wenig zu klein sein könnte, wenn die Geschäfte weiter so gut laufen wie bisher. Deshalb schauen sich die Chefs der Firma bereits nach Alternativen um.

Eine Zweigstelle für den Vertrieb und Geschäftstreffen hat man in Magdeburg vor einiger Zeit eingerichtet. Allerdings liegt der Fokus darauf, in der Altmark die Präsenz auszubauen. „Stendal wäre ideal. Gerade was die Anbindung mit dem Zug betrifft“, nennt Arne Fischer seinen Favoriten.