Seehausen/Stendal l Der Seehäuser Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth hat der CDU-Kreisgeschäftsstelle in Stendal seinen Parteiaustritt zum 31. August schriftlich mitgeteilt. Er sei verärgert über das Verhalten der Parteiführung im Kreisverband Stendal, sagte er auf Nachfrage der Volksstimme.

Schon im vergangenen Jahr, als er mit anderen angekündigt hatte, dass er mit der Gruppe Pro Altmark für die Kreistagswahlen kandidieren wolle, da sei von den Verantwortlichen öffentlich angekündigt worden, ein Parteiaustrittsverfahren anzustrengen. „Passiert ist bisher nichts“, sagte Kloth, der seit 1998 der Partei angehört.

Einige öffentliche Anfeindungen erlebt

Es sei nun neun Monate her und er habe sich noch weitere Beschimpfungen gefallen lassen müssen. So habe der Landesparteivorsitzende Holger Stahlknecht über ihn und andere von „Konsorten“ gesprochen. Außerdem sei über ihn und die anderen Mitstreiter der Pro Altmark in Fußballer-Deutsch gesagt worden, sie würden am Spielfeldrand stehen und die eigen Mitspieler beleidigen. „In neun Monaten kann man ein Kind zeugen und zur Welt bringen“, sagte Kloth. Die CDU aber habe in einem solchen Zeitraum nichts zustande gebracht.

Der CDU-Kreisvorsitzende Chris Schulenburg gab gestern beim Anruf der Volksstimme den Ahnungslosen. „Ich weiß von nichts“, sagte Schulenburg, als er mit der Austrittsankündigung konfrontiert wurde. „Wir sind ein freies Land, da kann jeder machen, was er möchte“, sagte Schulenburg. Des weiteren werde er keine Stellungnahmen zu den Verfahren um Parteiausschlüsse machen. „Das ist parteiintern.“

Wie berichtet, bekamen Anfang Juni sechs CDU-Mitglieder, die als Kandidaten für die Wählergruppe Pro Altmark im Mai für die Kreistagswahl angetreten sind, ein Anhörungsschreiben. Sowohl Schulenburg als auch Stahlknecht hatten öffentlich geäußert, dass sie einen Parteiaustritt befürworten. Letztlich wird dies von Parteigremien entschieden.

Einladung zum Sommerfest

Zu den sechs Pro Altmark-Vertretern, denen der CDU-Ausschluss droht, gehört auch Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz. „Ich bin noch in der Partei“, sagte er gestern. Er sei über den Schritt seines Amtskollegen und Mitstreiters in der Pro Altmark-Kreistagsfraktion informiert gewesen, sagte er.

Auf ein Gesprächsangebot der Pro Altmark-Kandidaten war die CDU-Spitze jüngst nicht eingegangen. Dafür erhielten die meisten von ihnen eine Einladung für diesen Freitag zum Sommerfest der Partei auf dem Flugplatz Borstel. „Ich kann leider nicht kommen, ich bin beim Altmärkischen Heimatfest in Walsleben“, sagte Nico Schulz süffisant.