Das steckt hinter der Generationsbrücke

Gegründet am 1. Mai 2009 als „Generationsbrücke Aachen“.

Seit dem 1. Januar 2012 umbenannt in „Generationsbrücke Deutschland“.

Träger: Katholische Stiftung Marienheim Aachen-Brand (gemeinnützig)

Mitarbeiter: 6 hauptamtlich, 2 ehrenamtlich

Gründer und Vorstand: Horst Krumbach, ehemals Altenpflegeheim-Leiter

168 Kooperationspartner (85 Altenpflegeheime, 55 Kitas, 28 Schulen) in 9 Bundesländern

Für ein gutes Gelingen der Begegnungen steht die Generationsbrücke auf fünf Grundpfeilern: altersgerechte Vorbereitung der Kinder und Jugendlichen, Regelmäßigkeit und Langfristigkeit, feste Partnerschaft in fester Gruppe, aktives Miteinander sowie strukturierte und ritualisierte Begegnungen

Die Generationsbrücke ist nicht nur in Deutschland aktiv. Dank des persönlichen Engagements des ostbelgischen Ministers für Familie, Gesundheit und Soziales, Antonios Antoniadis, gibt es seit Anfang 2018 die Generationsbrücke Belgien.

Seit Frühjahr 2016 ist die Generationsbrücke Deutschland in Polen vertreten.

Im April 2018 hat nach einjähriger Vorbereitung die Kooperation mit den russischen Altenheimen Haus am Park begonnen.

2015 hat die Generationsbrücke in der deutschen Botschaft in Beijing ein Partnerschaftsabkommen unterschrieben. Ziel ist die langfristige Etablierung des Generationsbrücke-Konzeptes.

Stendal l Viel wird von der Generationslücke zwischen Alt und Jung gesprochen, die es zu überwinden gilt. Ein probates Mittel, um über eine Lücke zu kommen, sind Brücken. Die 2009 gegründete „Generationsbrücke Deutschland“ führt Alt und Jung zusammen. Aber nicht so, wie sehr oft für ein Konzert der Kindergartengruppe im Seniorenheim. Der Ansatz ist vielmehr, regelmäßige Treffen zu veranstalten. Jeweils eine Einrichtung für Kinder, eine Schule oder Kindertagesstätte, und ein Seniorenheim bilden dabei ein Paar. Dank der Altmärkischen Bürgerstiftung gibt es nun auch drei Brücken im Landkreis Stendal.

Bestandteil des Religionsunterrichtes

„Sie sind in Tangermünde, Bismark und Osterburg“, sagte Jürgen Lenski, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung, am Rande einer Schulung im Gespräch mit der Volksstimme. In Tangermünde besteht das Paar aus der Brunsberg-Sekundarschule und dem Seniorenheim „Goldener Herbst“, in Bismark haben sich das Haus der Sinne und die Kindertagesstätte „Pusteblume“ zusammengetan, in Osterburg sind es die Karl-Marx-Sekundarschule und das DRK-Haus „Sorgenfrei“. Mitarbeiterinnen aller sechs Einrichtungen waren bei der Schulung vertreten, die von Regionalkoordinator Holger Schmidtke geleitet wurde. Der Theologe ist Religionslehrer an der Berliner John-F.-Kennedy-Schule, um die Generationsbrücke kümmert er sich allerdings nicht nur nebenbei. „Sie ist bei uns auch Bestandteil des Unterrichtes in der vierten Klasse“, sagte er gegenüber der Volksstimme. Einmal im Monat besuchen die Schüler Altersheime in der Umgebung, das sei soziales Lernen, wie es im Lehrplan vorgesehen sei.

Das Miteinander mit den eigenen Großeltern reiche für das Verständnis der eigenen Generation heutzutage nicht mehr aus. „Das hat sich doch gewandelt, die Älteren sind heute viel länger mobil und aktiv“, erklärte Schmidtke. So lernen die Kinder im Rahmen des Unterrichts die weniger aktiven und nicht mehr mobilen Senioren kennen – und im Rahmen des Projektes Generationsbrücke die Sekundarschüler aus Tangermünde und Osterburg sowie die „Pusteblume“-Kinder aus Bismark.

Vorläufer in Stendal

In Stendal gibt es schon eine Generationsbrücke. Sie verbindet durch ein Konzept der Bürgerinitiative Stendal deren Tagesstätte mit den Stadtseeknirpsen. „Da habe ich mir die Anregung geholt“, sagte Lenski. Absichtlich habe man sich aber daher aus der Stadt Stendal hinausbewegt.

Die drei Generationsbrücken sollen zunächst einmal für ein Jahr halten. Für den Beginn des kommenden Jahres wurde schon ein Halbzeitgespräch mit Holger Schmidtke vereinbart, der ist aber auch ständiger Begleiter des Projekts. „Einfach anrufen“, sagte er.