Stendal l In Stendal ist am Mittwochmorgen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Wolf gesichtet worden. Bildaufnahmen zeigen, wie das Tier an der Waldseite des „Stadions am Hölzchen“ am nordöstlichen Stadtrand vorbeizieht. Ein direkter Nachweis, dass es sich um einen Wolf handelt, steht aber derzeit noch aus.

Dabei spricht viel dafür, dass es dasselbe Tier war, das am selben Tag in Hassel gesichtet worden war und dort für Aufruhr unter den Einwohnern gesorgt hatte.

In diesem Falle ist der Wolfsnachweis von den Mitarbeitern des Wolfskompetenzzentrums Iden mittlerweile mit Hilfe von Fußspuren erbracht worden, bestätigte Iris Wahl vom Landesamt für Umweltschutz in Halle. „Es wurden Trittsiegel gefunden, die der C2-Kategorie entsprechen“, informiert die Presseverantwortliche. Die C2-Kategorie schließt aus, dass ein anderes Tier als ein Wolf die Spuren hinterlassen hat.

Wölfe nicht füttern

Laut Wolfskompetenzzentrum sei es für Jungwölfe nicht ungewöhnlich, auch durch bewohnte Gebiete zu streifen. Im Normalfall würden sie sich aber schnell wieder zurückziehen. Es soll nun geprüft werden, ob das Tier Verhaltensauffälligkeiten zeigt, also mehrmals durch Ortschaften streift.

Sollten Menschen einen Wolf sehen, rät Iris Wahl, „das Aussehen des Tieres genau einzuprägen oder zu versuchen, ein Foto zu machen. Wenn noch weitere Anwohner den Wolf beobachtet haben, wäre es wichtig, dass sich diese ebenfalls beim Wolfskompetenzzentrum melden.“ Auf keinen Fall solle man das Tier anlocken oder füttern. Dadurch sei vor allem bei jungen Tieren die Gefahr einer Gewöhnung an den Menschen sehr groß. Dadurch könnten sie ihre Scheu verlieren, so Iris Wahl.

Fast in direkter Nähe des Stendaler Stadions befinden sich zahlreiche Eigenheime. Viele junge Familien mit Kindern haben sich in den vergangenen Jahren dort niedergelassen. Auch Jogger und Spaziergänger nutzen den angrenzenden Stadtforst.