Die Autorin

Die 26-Jährige Tangehütterin Lisa Krüger zog es nach ihrem Australienaufenthalt 2016 nach Berlin. Dort arbeitete sie ein Jahr, bis die Reiselust sie erneut packte und es Ende 2017 nach Neuseeland zog.

Etwa drei Monate verbrachte sie auf der Südinsel des Landes. Derzeit sucht sie auf der Nordinsel nach neuen Abenteuern..

Christchurch l „Ich, zurück von einer Reise rund um die Welt, einmal hin und zurück.“ Mit diesem Mia-Song „Fallschirm“ im Kopf bin ich erneut auf den Weg zum anderen Ende der Welt aufgebrochen. Nach meinem Australien-Aufenthalt vor knapp zwei Jahren ist nun Neuseeland auf meinem Reiseplan.

Kurz entschlossen habe ich mein Berliner Leben stillgelegt und bin Ende Oktober alleine nach Christchurch, der größten Stadt der Südinsel, geflogen. Dort musste ich organisatorische Dinge erledigen und habe mir ein Auto beziehungsweise eine „Ein-Zimmer-Wohnung“ auf vier Rädern gekauft. Der erste kleine Ausflug hat mich ins Backpacker-Leben zurückgerufen.

Durch ein Jobangebot in einem Café zog es mich nach zwei Wochen nach Hanmer Springs. Hanmer ist ein typischer neuseeländischer Touristenort mit einer Hauptstraße und 800 Einwohnern. Nach wenigen Tagen bin ich dort in eine WG gezogen, habe Freigetränke im Pub bekommen, wusste, wie die Stammkunden ihren Kaffee mögen, und habe beim Spazierengehen immer jemanden zum Pläuschchen über den aktuellen Dorftratsch getroffen. Sprich, ich habe mich sehr heimisch gefühlt. Acht Wochen später waren mein Konto und ich jedoch bereit dafür, den Rest der Südinsel zu entdecken.

Bilder

Atemberaubende Aussichten

Anfangs war ich vollkommen plan- und ziellos, jedoch ist mir gleich zu Beginn meiner Reise eine Frage gestellt worden, die meinem Vorhaben einen tieferen Sinn gegeben hat: „Which skills do you want to develop?“ – tja, welche Fähigkeiten möchte ich denn gerne verbessern, welche Eigenschaften besitze ich überhaupt, und warum bin ich eigentlich hier?

Dies zu meiner Leitfrage genommen, fallen mir nun immer mehr Fertigkeiten auf, die ich versuche, in Stärken umzuwandeln. Verbessern möchte ich beispielsweise meine Englisch-, Fotografie- und Einparkfähigkeiten. Andere, wie das ständige Verbleiben in der eigenen Komfortzone, versuche ich abzulegen.

Seit drei Wochen bin ich nun wieder unterwegs und bin einfach nur begeistert. Zwischen atemberaubenden Aussichten auf unzählige Gipfel von endlosen Bergketten finde ich immer wieder azurblaue Seen und eiskalte Flüsse, die die Sommerhitze erträglicher machen. Nicht zu vergessen der unglaubliche Sternenhimmel, der sich besonders gut aus meinem Auto/Schlafzimmer heraus beobachten lässt. Alles in allem erinnert hier doch vieles an die Verfilmungen der Herr der Ringe und der Hobbit-Trilogie, da viele Szenen direkt hier gedreht wurden und heute Touristenattraktionen sind.

Einen richtigen Reiseplan habe ich nach der Zeit zwar immer noch nicht, aber Tipps von anderen Backpackern, Hinweise in Reise-Apps oder manchmal einfach nur, weil ein Ort nett aussieht, hilft mir bei der Entscheidung, wo es als Nächstes hingeht.

So setze ich mich jeden Tag in mein Auto und entdecke Schritt für Schritt mehr von Neuseeland und auch von mir selbst. Bilbo Beutlin aus der Filmreihe „Der Hobbit“ sagte zu Beginn seiner Reise „Ich ziehe in ein Abenteuer!“ – dies ist bis jetzt mein eigenes Neuseeland-Abenteuer.