Stendal l In Tangermünde wird es vorerst keine neue Rettungswache geben. Dies teilte der 2. Beigeordnete des Landrates, Sebastian Stoll (CDU) am Dienstag im Ordnungsausschuss des Landkreises mit. „Der Investor ist abgesprungen, wir brauchen die Planungen jetzt nicht mehr weiter zu verfolgen“, sagte Stoll.

Beim Landkreis Stendal wollte man über ein Finanzierungsmodell mit der Krankenkasse neue Rettungswachen schaffen. In Tangermünde waren dafür die Pläne am weitesten fortgeschritten. Am bisherigen Standort der Rettungswache sollte für 860 000 Euro eine neue gebaut werden. Plus Zinsen über 15 Jahre sollte das Vorhaben 1,3 Millionen Euro kosten.

Krankenkasse zog schon länger nicht mit

Allerdings hatte die Krankenkasse bereits Ende des vergangenen Jahres signalisiert, dass sie das Vorhaben in der vorgesehenen Form nicht unterstützen wird. Sie wolle keine Immobilienfinanzierung bezahlen, wo dann anschließend für das Objekt Miete bezahlt werden muss.

Der Landkreis ist im Zugzwang. Die sogenannten Hilfsfristen sind im Landesvergleich im Landkreis Stendal sehr schlecht. Nur in 68 Prozent der Fälle wird die vorgegebene Zeit geschafft. Beim Rettungsdienst beträgt die Zeit zwölf Minuten und beim Notarzt zwanzig Minuten.

Umlängst wurde in Klietz eine zusätzliche temporäre Rettungswache eingerichtet, um in der Region das Problem in den Griff zu bekommen. Es sind in den anderen Kommunen auch noch weitere Umstrukturierungen vorgesehen. Auch in Windberge und Iden soll es neue Rettungswachen geben.

Im April soll im Kreistag eine neue Satzung zum Rettungsdienstbereichsplan verabschiedet werden. Hierüber soll zunächst am 2. März im Ordnungsausschuss des Landkreises diskutiert werden.