Stendal l Nachdem Peter Ruppert, kommissarischer Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe, den modernen Standard der beiden neuen Fahrzeuge vorgestellt hatte, war Landrat Patrick Puhlmann (SPD) von der Begeisterung so angesteckt, dass er die elektrohydraulische Trage selbst einmal liegend ausprobieren wollte. Und so schnallten die Notfallsanitäter Nick Wilke von der Stendaler Rettungswache und Thomas Burkert von der Rettungswache Osterburg den Landrat – der natürlich einen Mund-Nase-Schutz trug – gern auf die Trage und hievten ihn mit hydraulischer Unterstützung in den Rettungswagen.

Rund 400 000 Euro für Anschaffung

„Diese moderne Trage, die für kleinere Fahrstühle auch verkürzt werden kann, nimmt den Rettungskräften das schwere Ein- und Ausladen von Patienten ab“, erklärte Peter Ruppert am Freitagnachmittag bei der offiziellen Übergabe der beiden Fahrzeuge vor dem Stendaler Landratsamt. Das sei einerseits von Vorteil für den Arbeitsschutz der Mitarbeiter, zudem können mit diesen Tragen sehr schwere Patienten transportiert werden. Bisher gab es dafür nur einen in Stendal stationierten Rettungswagen, der für den gesamten Landkreis angefordert werden musste, um deutlich übergewichtige Patienten zu befördern.

Weiterentwickelt auf dem Stand der heutigen Forschung wurde zudem die lebensrettende Medizintechnik an Bord, unter anderem die Beatmungsgeräte mit differenzierten Verfahrensweisen und Optionen zur invasiven (Tubus) oder nicht-invasiven Beatmung (Maske) der Patienten. Dank umfangreicher LED-Lichttechnik kann das Einsatzfahrzeug im Verkehr besser wahrgenommen werden.

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Platz für dritten Mitfahrer

Und noch einen Vorteil bieten die Spezialfahrzeuge, die bei der Firma Ambulanz-Mobile in Schönebeck ausgebaut wurden: Sie bieten Platz für eine dritte Rettungsperson. „Das ist sehr gut für den Lehrbetrieb“, sagte Peter Ruppert. Denn derzeit gibt es im Regionalverband Altmark 25 Frauen und Männer, die zu Notfallsanitätern ausgebildet werden, im September kommen zehn weitere hinzu. Die Auszubildenden können die beiden erfahrenen Kollegen, die die Stammbesatzung bilden, in den größeren Fahrzeugen problemlos begleiten.

In die zwei neuen Rettungswagen investiert der Regionalverband Altmark der Johanniter-Unfall-Hilfe rund 400 000 Euro. „Wir finanzieren es vor und bekommen über die Einsätze das Geld zurück“, erklärte der Kommissarische Regionalvorstand. Eines der neuen Fahrzeuge wird als zusätzlicher Rettungswagen in Stendal eingesetzt. Das zweite Fahrzeug geht nach Osterburg. Das bisher dort genutzte Fahrzeug fährt jetzt als Rettungswagen in Iden. Dort war jüngst wie in Klietz eine neue Rettungswache eingerichtet worden. Insgesamt gibt es im Landkreis Stendal derzeit neun Rettungswachen.

„Bei den Rettungswachen haben wir noch einige Meilen vor uns“, sagte der Landrat mit Blick auf das Vorhaben, das Netz weiter auszubauen, um die gesetzlich geforderte Hilfsfrist von zwölf Minuten zwischen Notrufeingang und Eintreffen am Notfallort besser als bisher erreichen zu können. Nach Zahlen aus dem vergangenen Jahr waren im Landkreis Stendal nur in knapp 70 Prozent der Fälle die Fristen eingehalten worden.