Stendal l Das Thema ist ein kommunalpolitischer Marathon – doch nun soll auf die Zielgerade eingebogen werden. Nachdem sich auf wiederholten Antrag der Fraktion Linke/Grüne der Schulausschuss im September noch einmal mit der seit langem geforderten Fertigstellung der dritten Etage der Ganztagsgrundschule beschäftigt hatte, liegt den Stadträten jetzt ein Beschlussvorschlag vor. Als erstes Gremium will sich der Ausschuss für Jugend, Frauen, Familien und Soziales heute Abend damit beschäftigen.

Stadtverwaltung, Schule und Hort haben sich darauf verständigt, dass zuerst die fünf Räume in der oberen Etage saniert werden sollen, die bisher nicht gemacht worden sind. Denn während der mit gut zwei Millionen Euro vom Land geförderten Sanierung zum Auf- und Ausbau von Ganztagsschulen waren nur die beiden unteren Etagen und von der dritten lediglich zwei Bibliotheksräume hergerichtet worden.

Sanierungsbedarf in Grundschule in Stendal

Für die Arbeiten sollen rund 250.000 Euro ausgegeben werden – Geld, das im Städtebauprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz „Altstadtkern“ für anderes vorgesehen war. So waren bereits 75.000 Euro eingeplant für eine neue Fluchttreppe in der Ganztagsgrundschule. Die Nottreppe und die außerdem geforderte Sanierung des ehemaligen Chemieraumes sollen aber auf einen unbestimmten späteren Zeitraum verschoben werden. 90.000 Euro wurden frei, weil die Dacherneuerung der Bauernmarkthalle auf Stadtratsbeschluss ebenfalls verschoben worden ist. 30.000 Euro waren ursprünglich für die Innenhofgestaltung und eine neue Treppe am Gebäude Breite Straße 63 (Hochschule) vorgesehen, 55.000 Euro wurden laut Stadtverwaltung bei der Baumaßnahme Schadewachten eingespart, vor allem bei den archäologischen Untersuchungen.

Um Strafzinsen zu verhindern oder zu minimieren, weil das Fördergeld nicht abgerufen wurde, soll das Geld nun für die Sanierung der fünf Räume in der Ganztagsgrundschule ausgegeben werden, empfiehlt die Stadtverwaltung. Die Dacherneuerung der Bauernmarkthalle soll im Haushalt 2021 berücksichtigt werden.

Hortproblem in Grundschule in Stendal

Mit den Räumen, die die Schule dann zusätzlich nutzen kann, kann ein anderes Problem gelöst werden: das des Hortes. Der nutzt derzeit Räume im Keller und im ersten Obergeschoss Klassenräume außerhalb des Unterrichtes, hat aber einen Bedarf an drei eigen genutzten Räumen. Vom Jugendamt wird die Doppelnutzung nur für einen gewissen Zeitraum gestattet. Darum muss eine Lösung her, aber auch wegen der weiter steigenden Anmeldezahlen von anfangs 20 auf jetzt 70 Kinder. Der Hort als eigenständige Einrichtung war erst im vorigen Jahr in die Ganztagsgrundschule eingezogen. Davor waren die Hortkinder dieser Schule im Hort der Grundschule „Am Stadtsee“ betreut worden.