Stendal l Beim Stadtsee breitete sich am gestrigen 13. August ein beißender Fischgeruch aus. Seine Ursache fand sich am Ufer, denn dorthin wurden zahlreiche tote Fische gespült. Sie konnten nicht mehr in ihrer gewohnten Umgebung überleben und trieben nun an der Oberfläche zwischen Ästen und Blättern.

Schuld war auch hier die anhaltende Hitzewelle der vergangenen Wochen. Hohe Wassertemperaturen sind einer der Faktoren, durch die Blaualgen absterben können, was wiederum den Sauerstoffgehalt eines Gewässers reduziert.

Frischwasser würde dem normalerweise etwas entgegenwirken, doch auch das blieb durch dem fehlenden Regen aus. Keine guten Überlebensbedingungen, wie Gewässerwart Jürgen Schwarzlose aus dem Stendaler Anglerverein kurz zusammenfasst: „Die Fische sind, so blöd es klingt, einfach ertrunken.“

Gegenmaßnahmen

Angler hatten Schwarzlose am Dienstagmorgen als erste über die toten Fische informiert, woraufhin er sich an die Feuerwehr wandte, um Gegenmaßnahmen einzuleiten. Diese bestanden aus einer „Umwälzung“, bei der Wasser aus einem See gepumpt, belüftet und unter hohem Druck wieder ins Wasser gesprüht wird, um den Sauerstoffgehalt zu erhöhen. Die Feuerwehr war von 11 Uhr bis 13 Uhr im Einsatz und wälzte etwa 2000 Liter pro Minute um.

Damit haben sich die Überlebenschancen für die restlichen Tiere etwas verbessert. Es bleibt aber immer noch das Problem, die bereits verendeten Fische zu entsorgen. „Die können sie ja nicht einfach auf den Müll schmeißen“, so Schwarzlose, daher muss sich eine Entsorgungsfirma darum kümmern. Zum Einsammeln der Kadaver haben sich aber schon einige Angler bereit erklärt.

Stadtsee bisher verschont geblieben

Erhöhtes Fischsterben durch Sauerstoffmangel kam in der Region schon häufiger vor. Erst in diesem Jahr gab es einen Fall bei Kalbe mit 400 verendeten Tieren in Entwässerungsteichen.

In Stendal war vor drei Jahren der Schwanenteich betroffen, im Stadtsee sei so etwas aber zum ersten Mal passiert, erzählt Schwarzlose. Für die weitere Entwicklung am Gewässer sagt er voraus: „Wenn das so trocken bleibt, sterben sie weiter.“

Um eine weitere Umwälzung hat Schwarzlose im Ordnungsamt gebeten. Sie ist laut Pressestelle der Stadt Stendal geplant. Der Einsatz soll heute Vormittag wiederholt werden, sofern keine dringenderen Fälle dazwischenkommen.