Stendal l Spaziergänger müssen sich derzeit in Wäldern und Parks vor dem Eichenprozessionsspinner in Acht nehmen. Die gestreiften Raupen, dessen Härchen für den Menschen bedrohlich sind und Haut, Augen und Atemwege angreifen können, werden ab Sonnabend im Landkreis Stendal und im Altmarkkreis Salzwedel bekämpft. Starten werden die Maßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner am Sonnabendnachmittag aus der Luft. Zuerst behandelt werden Eichen in der Einheitsgemeinde Stadt Bismark sowie in Teilen der Verbandsgemeinden Arneburg-Goldbeck und Seehausen. Im Altmarkkreis wird im Bereich Sanne-Kerkuhn begonnen.

Großflächige Bekämpfung

Da der Eichenprozessionsspinner fast ausschließlich auf Bäumen der Gattung Quercus (Eichen) vorkommt, werden im Landkreis Stendal die betroffenen Eichen mit Biozid behandelt. Insgesamt werden im Landkreis Stendal zirka 680 Hektar beflogen und etwa 5800 Einzelbäume vom Boden aus behandelt. Die Bekämpfung des Eichenprozessionspinners vom Boden aus wird voraussichtlich ab Montag, den 22. Mai, beginnen.

Auch im Altmarkkreis Salzwedel werden am Wochenende die Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner beginnen. Mit der Bekämpfung aus der Luft wird ab Sonnabend im Bereich Sanne-Kerkuhn begonnen. Laut Auskunft des Landeszentrums Wald sind günstige Wetterbedingungen die Grundlage einer möglichen Bekämpfung an diesem Tag. Im Gebiet des Altmarkkreises Salzwedel sollen circa 60 Hektar Waldränder aus der Luft bekämpft werden. Betroffen sind:

  • Teile der Gemarkungen Fleetmark,
  • Kerkau
  • Kleinau
  • Lohne
  • Sanne-Kerkuhn
  • Jeggeleben
  • Badel
  • Apenburg
  • Brüchau
  • Jemmeritz
  • Kakerbeck 
  • Winkelstedt

Im Landkreis Stendal startet der Hubschrauber von einem Landeplatz in Rochau. Insgesamt werden im gesamten Landkreis Eichen mittels Biozid behandelt. Es sind vier Landeplätze für den Hubschraubereinsatz vorgesehen. Diese befinden sich in

  • Rochau
  • Pollitz
  • Weißewarte
  • Havelberg

Je nach Witterung wird die Bekämpfung mittels Hubschrauber etwa einen Zeitraum von vier Tagen einnehmen.

Seehausen besonders betroffen

Wie Angela Vogel, Pressesprecherin des Landkreises Stendal erklärt, ist es verboten, sich während der Zeit des Hubschraubereinsatzes in den betroffenen Gebieten aufzuhalten. "Für die Zeit während und nach dem Einsatz können Straßen, Wege und Flächen plus eine 20 m angrenzende Zone für bis zu 12 Stunden gesperrt werden", erklärt sie weiter. Im Bereich der Behandlungsflächen werden laut Vogel Hinweisschilder und Sperrungen aufgestellt, um die Bevölkerung zu informieren.

Insgesamt ist der Befall von Eichen mit dem Eichenprozessionsspinner im Landkreis Stendal erheblich. Ein Zusammenbruch der Population ist nicht abzusehen. Besonders für die Verbandsgemeinde Seehausen wurde ein großer Befall festgestellt. Da der Eichenprozessionsspinner für die Bevölkerung eine gesundheitliche Gefahr bedeuten kann, soll der Schädling großflächig bekämpft werden.

Im Altmarkkreis Salzwedel sollen  in den kommenden Wochen vom Boden aus etwa 20.770 Bäume chemisch bekämpft werden. Die Kosten von knapp 150.000 Euro tragen der Landkreis, der Straßenbaulastträger und die betroffenen Kommunen.