Spielplätze

Scherben, Schäden, keine Spritzen

Stendals Spielplätze - in der Innenstadt Mangelware und sonst eine Gefahr? Verschmutzung und Vandalismus sind immer wieder ein Problem.

Von Thomas Pusch

Stendal l Die Wellen schlugen hoch auf Facebook, nachdem die Volksstimme über den Spielplatzmangel in der Innenstadt geschrieben hatte. Im Fokus der Kritik stand nicht der Mangel, sondern der Zustand der bestehenden Spielplätze. Doreen Dümecke hinterfragte, wo denn Stendal kinderfreundlich sei: „Was ist da außer dem hundertfach besuchten Tiergarten? Oder das permanent geschlossene Altoa? Oder die mit Spritzen verunreinigten Spielplätze?“ „Mit Spritzen verunreinigte Spielplätze, ist das nicht übertrieben, das ist Stendal und nicht Köln oder Berlin“, entgegnete Thomas Bethge. Doreen Dümecke wiederum schrieb: „Ich weiß wovon ich rede, und das ist gar nicht übertrieben.“ Henry Schlase schilderte den Besuch eines Spielplatzes in Stadtsee. „Zwischen frauenverachtender Musik und Drogen waren dieses Mal auch Personen anwesend, die ihren Alkohol direkt auf dem Spielplatz tranken“, schrieb er.

Jüngst sorgte der Fall einer 14-Jährigen für Aufsehen, die von der Polizei auf dem Spielplatz Hartungswall erwischt wurde. Chrystal Meth, Marihuana, Tabletten und Utensilien zum Betäubungsmittelkonsum stellten die Beamten bei ihr sicher. Sie wurde ins Krankenhaus eingeliefert und stationär aufgenommen.

Einige Tage später wurde im Sozialausschuss diskutiert, ob der Spielplatz, der häufig das Ziel von Vandalen ist, nicht gänzlich geschlossen werden sollte. Ausschussvorsitzender Enrico Schild (Linke) sprach sich dagegen aus. „Das ist der falsche Weg. Dort sollen weiter Kinder spielen“, erklärte Schild und meinte, Ordnungsamt und Polizei sollten dort abends häufiger kontrollieren.

„Wir sehen die Situation doch auch“, sagte Polizeisprecher Marco Neiß auf Anfrage der Volksstimme. Daher gebe es auch die Streifen, teilweise auch mit dem Ordnungsamt gemeinsam. Eine Gefährdung spielender Kinder durch Spritzen sei ihm allerdings nicht bekannt.

Das sieht auch die Stadt so. „Glasscherben sind ein großes Problem, Spritzen nicht“, beantwortete Stadtsprecher Klaus Ortmann eine Volksstimme-Anfrage. Schwerpunkte bei den Glasscherben seien die Spielplätze am Hartungswall, in der Rosa-Luxemburg-Straße, der Erich-Weinert-Straße, das Schiffswrackmodell in der Carl-Hagenbeck-Straße, am Wahrburger Berg und in der Pastor-Niemöller-Straße.

„Die Vermüllung der Spielpätze nimmt insgesamt in den letzten Jahren zu“, hat die Verwaltung festgestellt. Die Häufigkeit der Reinigung richte sich nach dem Zustand. Mindestens einmal in der Woche werde gründlich inspiziert und gereinigt. Bei Bedarf erfolgt eine Reinigung mehrmals wöchentlich, bis zu täglich.