Stendal l Städtische Kindertagesstätten in Stendal können künftig frei wählen, ob und wann sie Schließzeiten einlegen. Das hat der Stendaler Stadtrat auf Antrag der Fraktion Linke/Grüne beschlossen. Bisher gab es laut Satzung eine festgelegte zweiwöchige Schließzeit innerhalb der Monate Mai bis September, wobei nicht alle Kitas gleichzeitig, sondern nacheinander geschlossen wurden. Kindertagesstätten in privater Trägerschaft konnten sich der Schließzeit anschließen, mussten es aber nicht.

Das Dogma der festen Schließzeit ist nicht mehr zeitgemäß“, sagte Linke-Stadtrat und Gemeindeelternvertreter Sven Meinecke. Es habe einen längeren Diskussionsprozess innerhalb der Gemeindeelternvertretung und auch mit der Verwaltung in Stendal gegeben, berichtete Meinecke. Es habe sich – auch in Diskussionen mit der Verwaltung – herauskristallisiert, dass ein generelles Wegfallen der Schließzeit nicht von allen Beteiligten – Verwaltung, Erziehern und Eltern – mitgetragen werden würde.

Genereller Wegfall der Schließzeit nicht

Auf jeden Fall soll die Schließzeit in jeder Kindertagesseinrichtung im Einvernehmen mit den Elternkuratorien erfolgen, hier hat sich nichts geändert. In begründeten Bedarfsfällen werden Kinder auch in den Ferienzeiten in anderen Einrichtungen betreut.

Sven Meinecke wies darauf hin, dass den Kitas und auch den Elternkuratorien mit der Neuregelung ein größeres Maß an Eigenverantwortlichkeit übertragen werden solle. „Es muss nicht jede Einrichtung Ferien machen“, so Meinecke. Ein Großteil der Erzieherinnen sei nicht mehr in dem Alter, wo sie selbst schulpflichtige Kinder haben und schon allein deswegen ein Interesse an einer festen Ferienzeit hätten. Es sei zeitgemäß, eine Flexibilität für die Einrichtungen zu schaffen.