Stendal l Ein wenig Sorgen macht sich Tanja Köhnke, Pressesprecherin des Polizeireviers Stendal, schon. Nicht wegen des Zustandes der Schulbusse. Die machen einen guten Eindruck. Die Polizistin treibt eher um, dass in diesem Jahr die Verkehrserziehung in den Kindertagesstätten und Schulen nicht wie gewohnt stattfinden konnte. Corona war schuld.

Die Regionalbereichsbeamten kümmern sich nämlich sonst intensiv darum, den zukünftigen Erstklässlern vor Ort zu erklären, worauf sie beim Weg in die Schule zu achten haben. Dazu gehört natürlich auch die Fahrt mit dem Bus und das entsprechende Verhalten. Was muss man beim Warten an der Haltestelle beachten? Wie steigt man richtig ein? Was ist im Bus erlaubt und was nicht?

„Wir haben da in diesem Jahr durchaus Nachholbedarf“, stellt Tanja Köhnke fest. Aufgrund der Kita-und Schulschließungen sei ein großer Rückstand bei den Kindern entstanden. Noch mehr als sonst zum Schulstart müssten die Verkehrsteilnehmer besondere Vorsicht walten lassen. Das Verpasste soll aber so schnell wie möglich nachgeholt werden. Natürlich mit Hilfe der Polizei. Doch Tanja Köhnke nimmt genauso die Eltern in die Pflicht: „Es wäre gut, wenn sie an diesem Punkt eingreifen würden.“

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Nutzen die Schüler den Bus, um zur Schule zu kommen, müssen sie eine Maske tragen. Darauf weist Klaus-Dieter Schröter, Betriebsleiter des Verkehrsunternehmens „stendalbus“, hin. „Die Regelungen gilt nach wie vor für alle Personen ab sechs Jahren.“ Bis auf einige Ausnahmen stieße die Maskenpflicht bei den Fahrgästen auf Akzeptanz. Aus technischer Sicht sieht Schröter sein Unternehmen gut für den Schulstart am 27. August gerüstet. Bei der obligatorischen Kontrolle durch die Polizei am Dienstag hatten die Beamten allenfalls Kleinigkeiten zu beanstanden. Etwa 40 „stendalbus“-Fahrzeuge sind beim Schülerstransport im Einsatz. Dazu kommen noch 80 weitere von Subunternehmen aus Havelberg und Seehausen.

„Wir schauen, ob die Busse verkehrssicher sind“, erklärt Tanja Köhnke. Das Vorgehen ähnele dem der Hauptuntersuchung, präzisiert ihr Kollege Jens Rüdiger. So prüfen die Polizisten, ob die Türen richtig schließen und die Lichtanlagen funktionieren. Ein genauer Blick wird auf die Reifen geworfen. Ebenfalls sehr wichtig: Sind die Nothämmer an der richtigen Stelle und befinden sich die zwei Verbandskästen an Bord? Nicht fehlen darf die Warnweste des Fahrers. Ob alles seine Richtigkeit hat, protokolliert Michael Blunck.

Die Kontrolle findet immer gut eine Woche vor dem Ende der Sommerferien statt. „Dann haben wir genug Zeit, um nachzubessern“, so Klaus-Dieter Schröter. Schwerwiegende Mängel seien dis dato kaum festgestellt worden. Aus Sicht der Busfahrer kann die Schule also beginnen.