Stendal l Verärgert über eine gestrichene Leistung, richtig aufgebracht über einen abgelehnten Antrag, ein amtliches Gespräch, das sich mehr und mehr hochschaukelt, Nichtakzeptieren einer Verwaltungsentscheidung – es sind Anlässe und Situationen wie diese, in denen der Ton gegenüber Amtspersonen schon mal rauer wird – und leider nicht nur das. Immer wieder mal sehen sich Mitarbeiter durchaus gefährlichen Situationen gegenüber.

Ja, bestätigt Kreissprecherin Angela Vogel, es habe auch in der Stendaler Kreisverwaltung schon Fälle gegeben, „in denen Mitarbeiter bedroht, beschimpft oder bedrängt worden sind. Dies betrifft insbesondere den Bereich des Sozialamtes sowie der Vollstreckung.“ Dass dieses Problem in den vergangenen Jahren zugenommen hat, verneint sie aber.

Mitarbeiter kann Hausverbot erteilen

Für die Sicherheit der Mitarbeiter und der Gebäude nutzt die Kreisverwaltung die Dienste von Sicherheitsdiensten. „Die vier Objekte der Kreisverwaltung werden durch Bestreifung überwacht“, erklärt Angela Vogel. Zusätzlich sei im Hufelandhaus in der Wendstraße täglich Wachpersonal eingesetzt.

In dieser Außenstelle befinden sich unter anderem das Ordnungsamt, das Gesundheitsamt sowie der Bereich Ausländer- und Asylbewerber­angelegenheiten. „Im Landratsamt Hospitalstraße ist der Wachschutz ganztägig tätig“, erklärt die Sprecherin. Für Besucher gut sichtbar hat unter anderem ein Mitarbeiter seinen Platz direkt im Foyer des Haupteinganges.

Und wie reagiert der Landkreis, wenn es zu Fällen wie oben geschildert kommt? „Besucherinnen und Besuchern der Kreisverwaltung, die durch ihr Verhalten den ordnungsgemäßen Dienstablauf nachhaltig stören und/oder die Sicherheit der Beschäftigten gefährden, kann Hausverbot erteilt werden“, erklärt Angela Vogel.

In Gefährdungssituationen könne der betroffene Beschäftigte selbst mündlich ein Hausverbot für die Dauer von 24 Stunden aussprechen. Befristete oder unbefriste Hausverbote, die darüber hinausgehen, erfolgen schriftlich.

Die Kreisverwaltung setzt beim Thema Schutz und Sicherheit der Mitarbeiter aber nicht nur auf den präsenten Wachschutz, sondern auch darauf, die Mitarbeiter auf den Umgang mit einem aggressiven Gegenüber vorzubereiten. So fand im vergangenen Jahr in der Verwaltung ein sogenanntes Inhouseseminar zum Thema Deeskalation statt. „Für das Jahr 2020 ist ein weiteres Seminar geplant“, kündigt Angela Vogel an.

In den vergangenen Jahren haben sich die Ausgaben für die Sicherheit der Kreismitarbeiter und der Objekte erhöht. Im Jahr 2015 hat der Kreis dafür 85.400 Euro ausgegeben, drei Jahre später waren es 102.400 Euro.

Der Anstieg hängt unter anderem damit zusammen, dass die Kreisverwaltung ein weiteres Gebäude in der Arnimer Straße bezogen hat und der Wachschutz damit bei seinen Kontrollen ein weiteres Gebäude ansteuern muss.