Drüsedau I Die Feuerwehrleute in Seehausen haben sich im Oktober 2016 einen Sichtschutz gegen Gaffer bei Einsätzen besorgt und diesen nun am Wochenende bei einem Unfall auf der B189 bei Drüsedau erstmals eingesetzt. 

"Wir haben in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht", sagte Wehrleiter Enrico Schmidt der Volksstimme. Um Unbeteiligte vom Unfallgeschehen wegzuhalten und auch das Fotografieren des Einsatzgeschehens zu verhindern, wurde für rund 800 Euro eine Sichtschutzwand gekauft.

Vier Unfalltote in 2016

Gerade durch die vielbefahrene Bundesstraße sind die Seehhauser Feuerwehrleute oft bei schweren Unfällen vertreten. Allein 2016 hatten sie mit vier Unfalltoten in ihrem Bereich zu tun.  

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"Man kann es nicht gebrauchen, dass man bei solchen heftigen Einsätzen auch noch Probleme auf anderen Ebenen hat", sagt Kreisbrandmeister Ringhardt Friedrich. Die Feuerwehrleute im Landkreis Stendal hätten mit dem Problem der Gaffer noch nicht so viel zu tun, wie dieses offensichtlich in Ballungszentren der Fall ist.  

Gesetzgeber arbeitet ein Neuregelung

Nach Angaben vom Kreisbrandmeister sei es ohnehin die Pflicht von Leuten, die als erste am Unfallort eintreffen, Erste-Hilfe zu leisten und nicht Fotos zu machen. Der Gesetzgeber habe dies erkannt, sagt Freidrich. Es werde daran gearbeitet, neue rechtliche Grundlagen zu schaffen.   

Für den Kreisbrandmeister ist es vorrangig auch eine Frage der Pietät gegenüber den Opfer-Angehörigen. Es könne ein Schock sein, wenn diese nicht nur mit dem Unfall an sich und möglichen Toten konfrontiert werden, sondern obendrein auch noch Fotos im Internet existieren.  

Verursacher stand unter Alkoholeinfluss

"Es ist traurig, dass die Einsatzkräfte, die helfen wollen, auch noch dazu gezwungen sind, mit Mitteln einer Sichtschutzwand zu arbeiten", sagt der Kreisbrandmeister.

Der Unfall am Sonnabend war nicht ganz so heftig, wie einige vorherige. Ein 72-Jähriger Autofahrer wollte unter Alkoholeinfluss stehend an einer Kreuzung bei Drüsedau die B189 queren und übersah dabei das Auto eines vorfahrtsberechtigten 56-Jährigen. Der Unfallverursacher und ein Mitfahrer wurden verletzt und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.