Stendal l Es herrscht Unruhe im Kreisverband der Sozialdemokraten. Der Grund: Vize-Kreischefin Franziska Kersten soll von verschiedenen Ortsverbänden aus dem Nachbar-Wahlkreis angedient worden sein, die Direktkandidatur zu übernehmen. Kersten zeigte sich nicht abgeneigt. „Das habe ich in 30 Jahren Mitgliedschaft in der SPD noch nicht erlebt und ich habe schon eine Menge erlebt“, sagte Ralf Bergmann, Vorsitzender des Ortsvereins Hohenberg-Krusemark. Wie könne es denn sein, dass jemand im Kreisvorstand sitzt, alle Strategiegespräche mitbekommt, wie Marina Kermer möglichst gut positioniert werden soll, und dann das Wissen in den Nachbarwahlkreis Börde-Jerichower Land mitnimmt? Bergmann sieht darin einen Interessenkonflikt: „Es wäre fair gewesen, wenn sie gegen Marina Kermer um die Direktkandidatur im Wahlkreis Altmark angetreten wäre.“ Nun fordert Bergmann Konsequenzen, legt Kersten den Rücktritt vom Amt der stellvertretenden Kreisvorsitzenden nahe. Sie war im September vergangenen Jahres gewählt worden, Bergmann hatte beim Kreisparteitag eine Kandidatur abgelehnt.

Franziska Kersten sagte auf Volksstimme-Nachfrage, sie werde sich „zu gegebener Zeit“ zu dem Thema äußern. Zunächst müssten noch Gespräche mit verschiedenen Ortsvereinen geführt werden. Falls sie allerdings einen Interessenkonflikt zwischen Kandidatur und Amt sähe, würde sie zurücktreten. Eine starke SPD im Norden sei aber wichtig. Marina Kermer wollte sich nicht zu der möglichen Kandidatur äußern.