Bismark (aju) l Der Hauptausschuss der Einheitsgemeinde Bismark hatte in seiner jüngsten Sitzung über die Annahme von 1760 Rollen Toilettenpapier zu befinden. Ein Discounter wollte 440 Pakete im Wert von 875,60 Euro der Kindertagesstätte „Pittiplatsch“ in Kläden spenden. „Das ist zu viel für eine Einrichtung“, schätzte Kämmerin Sylvia Schwiertz ein. Der Hauptausschuss beschloss einstimmig, die Rollen auf alle zehn Kitas zu verteilen. Die Zuständigkeit für die Annahme von Spenden im Wert zwischen 500 und 5000 Euro liegt beim Hauptausschuss.

Mit der Corona-Pandemie hatte sich über Nacht die Wertschätzung für Toilettenpapier massiv gesteigert. Aus welchem Grund auch immer entwickelten sich die Klorollen zu einem Verkaufsschlager. Die Menschen ließen sich zu Hamsterkäufen hinreißen. Warum auch immer. Da, wo sich sonst in den Regalen der Discounter die Abpackungen mit zwei- bis vierlagigem Toilettenpapier bis unter die Decke stapelten, standen nur noch leere Paletten. Das Klopapier wurde gehortet und war von heute auf morgen ausverkauft. Nur den wenigsten Nutzern war das WC-Papier tatsächlich ausgegangen.

Lager wieder voll

Eine schlüssige Erklärung für die übermotivierten Hamsterkäufe gab es nicht. Einige Psychologen waren aber der Meinung, dass eine Pandemie „antisoziale Akte“ auslöst, sie mit einem Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben verbunden ist und vielleicht auch mit einem Rückzug auf die Toilette. Und hier sollte man für alle Eventualitäten gewappnet und materialtechnisch abgesichert sein.

Mittlerweile scheint das Toilettenpapier-Problem gelöst und bei den Discountern stehen die Lager wieder voll. Vielleicht ist das der Grund für die ungewöhnliche Spendenbereitschaft.