Stendal l Seit April 2018 hat die Marienkirche ihren Dachreiter wieder – doch was soll nun hin­ein? Die Betglocke wie einst wird es nicht werden, da kaum noch Gottesdienste in St. Marien stattfinden, erklärt Bärbel Hornemann vom Förderverein Glocken St. Marien. Aber: Statt einer sollen es nun sage und schreibe 24 Glocken werden. Und die passen da alle rein?

Passen sie, denn sie fügen sich zusammen als Glockenspiel. Bei einer Exkursion in die Niederlande hätten die Vereinsmitglieder schon vor vielen Jahren solch ein Glockenspiel zu sehen und vor allem zu hören bekommen. „Das ist unvergessen, und dort gibt es sogar Wettbewerbe und die Glockenspieler sind hochangesehene Leute“, schwärmt Hornemann, die nun frohen Mutes ist, dass sich genug Spendenfreudige finden, die das Stendaler Vorhaben unterstützen.

99 Melodien programmierbar

Anders als es vielen vielleicht aus dem Film „Die Sch‘tis“ bekannt ist, wird das Stendaler Glockenspiel keinen Spieltisch haben, sondern wird elektronisch gesteuert. 99 Melodien könne man einspeichern, die sollen dann gern auch mit Hilfe von Glockenspielbegeisterten, Musikern oder anderen Ideengebern ausgewählt und eingespielt werden. Erklingen würden sie dann zu Festtagen des Kirchenjahres oder auch besonderen Anlässen.

Doch das ist im wahrsten Sinne noch Zukunftsmusik – denn erst einmal muss das Geld beisammen sein, bevor der niederländische Glockengießer und Glockenspielbauer Simon Laudy mit der Anfertigung beginnen kann. Wer spenden will: Es sind noch 14 Glocken zu finanzieren. Wer mag, kann sich als Spender auch durch eine Gravur in der jeweiligen Glocke verewigen lassen.

Details beim Kirchweihtag

Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, hat dazu am Freitag, 24. August, Gelegenheit. Zum Kirchweihtag von St. Marien ist der Glockenspielfachmann Simon Laudy persönlich da und hält einen Vortrag, erklärt Funktionsweise und Technik und lässt sich gern ausfragen. Beginn der Veranstaltung ist um 18 Uhr in St. Marien. Ein jeder ist eingeladen. 13 Minuten vor Beginn erklingt das volle Geläut von St. Marien.