Stendal l Den Gemütszustand von Uwe Bliefert zu beschreiben, ist gar nicht mal so einfach. Eigentlich läuft es richtig gut mit dem Stendaler Sportmuseum, das der ehemalige Leiter des Sachgebietes Sport in der Stadtverwaltung ehrenamtlich leitet. Die Zahl der Exponate bewegt sich längst in vierstelliger Höhe, der Besucherzuspruch lässt kaum Wünsche offen. Fast 1000 Gäste haben den Erinnerungsort besucht, seit er im Februar dieses Jahres in der Stadtseeallee 1 eröffnet worden ist.

Vertrag läuft aus

Aber zufrieden im engeren Sinne ist Bliefert trotzdem nicht. Ganz einfach, weil er ein ehrgeiziger Mensch ist. So wie seine beiden Mitstreiter Jörg Hosang und Horst Paulus. „Zufriedenheit heißt Stillstand. Aber den wollen wir hier nicht“, formuliert der Leiter ihren Anspruch.

Heißt, dass es im kommenden Jahr weiter mit voller Kraft voran gehen soll. Obwohl eine ganz unwesentliche Frage noch nicht geklärt ist. Der Arbeitsvertrag von Jörg Hosang, akribischer Dokumentar der Stendaler Sportgeschichte, mit der Stadt Stendal läuft zum Ende des Jahres aus. In welcher Form es für ihn weitergeht, ist noch unklar. Doch ist das Sportmuseum ohne den umtriebigen Sporthistoriker eigentlich nicht vorstellbar. Kaum jemand kennt sich besser mit der Materie aus, steht so gut im Stoff. Die Stadtverwaltung wollte sich auf Nachfrage der Volksstimme nicht zu der Personalie äußern.

Ältere Menschen schwelgen in Erinnerungen

Ein weiterer Faktor: Hosang ist es gelungen, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen zu alle jenen, die bereit sind, ihre privaten Erinnerungsstücke der Öffentlichkeit zu überlassen. „Das ist ein entscheidender Faktor für unseren Erfolg. Die Menschen wissen, dass die Dinge bei uns in guten Händen sind“, sagt Uwe Bliefert. Beliebt ist der Ort vor allem bei älteren Menschen. Für sie stellen die Räume in der ehemaligen Videothek in der Stadtseealle fast schon eine Art Treffpunkt dar. In Erinnerungen schwelgen kann man hier, Anekdoten austauschen und obendrein verdammt viel darüber erfahren, wie vielseitig die Sportgeschichte der Hansestadt eigentlich ist.

Diesem Aspekt wolle man im nächsten Jahr noch mehr Bedeutung beimessen. Oder um es mit Horst Paulus zu formulieren: „Das Sportmuseum soll sich weiter zu einer Begegnungsstätte für alle Stendaler entwickeln.“