Stendal l Affe, Erdmännchen, Dromedar lassen sich nicht aus der Ruhe bringen, wenn am Ostersonnabend Läufer, Walker und Wanderer den Stendaler Tiergarten queren. Trubel sind sie durch die täglichen Besucher ohnehin gewohnt, und der Tiergartenlauf ist ihnen so fremd nicht. Die Stendaler Wohnungsbaugesellschaft (SWG) veranstaltet ihn nun schon zum vierten Mal, organisatorisch wieder unterstützt von der Laufgruppe Haeder und der Äthiopienhilfe Stendal.

„Ich bin immer wieder begeistert von der Resonanz“, sagt SWG-Geschäftsführer Daniel Jircik und verweist auf die rund 250 Teilnehmer des vergangenen Jahres. „Der Tiergartenlauf ist weit mehr als eine Sportveranstaltung, er hat sich zu einem Volksfest entwickelt“, schätzt er ein und hofft auch für die 2018er Auflage, dass „die ganze Familie am Sonnabend zum Stadtsee spaziert“.

Bungee-Trampolin, Flohmarkt und Clown

Zu diesem Volksfestcharakter trägt das Rahmenprogramm bei. So wird ein Bungee-Trampolin aufgebaut, dürfen sich die Kinder auf ein Streicheltier freuen, veranstaltet die Äthiopienhilfe einen Flohmarkt, unterhält Clown Tommy Klein und Groß. Zudem erhalten alle Kinder, die am sportlichen Vergleich teilnehmen ein Geschenk und an diesem Tag freien Eintritt in den Tiergarten.

Speziell für die Kinder wird der Erdmännchen-Lauf angeboten, bei dem die Mädchen und Jungen 600 Meter zu bewältigen haben. Das Hauptrennen ist der Tiergartenlauf, der über 2000 Meter um den Stadtsee und durch den Tiergarten führt. Schließlich steht noch ein Staffelwettstreit auf dem Programm, wobei vier Starter ein Team bilden und jeder von ihnen 600 Meter unter die Füße nimmt. Für die Staffeln ist aus organisatorischen Gründen eine Voranmeldung notwendig – per Mail: info@swg-stendal.de oder telefonisch unter 03931/63 45 00. Die Anmeldung für Erdmännchen- und Tiergartenlauf ist auch 31. März noch möglich. Rechtzeitig vor dem Start natürlich, der um 10.30 Uhr erfolgt.

Zwar werden die drei Frauen und Männer geehrt, die beim Tiergartenlauf als erste die Ziellinie passieren, doch Zeiten spielen keine Rolle. „Wir möchten einfach, dass jeder Spaß hat“, sagt Jircik und betont, dass neben Läufern und Walkern auch Rohlstuhlfahrer und „selbst Leute mit Kinderwagen“ auf die Strecke gehen können.

Wer erhält bei den Ehrenpreis?

Da stimmt ihm Gerd Engel von der Laufgruppe Haeder zu, der wie schon in den Vorjahren die volkssportlichen Fäden in der Hand hält. Es gehe nicht um Rekorde, sondern das sportliche Miteinander, macht das Lauf-Urgestein klar. „Wenn der eine oder andere durch den Tiergartenlauf Lust bekommt und den Mut fasst, auch für sich selbst zu laufen, wäre das eine tolle Sache“, sagt er. Die Runde beim Tiergartenlauf ist dafür seiner Meinung nach genau das Richtige. „Zwei Kilometer schafft jeder, egal ob laufend oder wandernd.“

Zudem sieht Engel den Lauf durch den Tiergarten als Anreiz. So etwas sei in Sachsen-Anhalt einmalig. Und da er gerade bei Superlativen ist, fügt er an: „Dank der Wohnungsbaugesellschaft werden keine Startgebühren erhoben.“ Auch das sei die große Ausnahme. Wie Engels sagt, gebe es deutschlandweit gerade einmal drei Läufe, bei denen die Teilnehmer kostenlos an den Start gehen können. Stattdessen winken ihnen sogar noch Preise. Bei einer Tombola gibt es beispielsweise ein Tablet zu gewinnen. Und dann vergibt die SWG wieder einen Ehrenpreis. In einem Jahr wurde damit der Akteur mit der weitesten Anreise bedacht, ein anderes Mal der älteste Läufer. „Für dieses Jahr lassen wir uns ganz kurzfristig noch etwas einfallen“, verspricht Jircik.

Aber bevor der Preis vergeben wird, steht erst einmal der Lauf durch den Tiergarten auf dem Programm – vorbei Affe, Erdmännchen, Dromedar.