Radweg

Stadtrat beschließt: Geländer auf Uchtewall in Stendal soll verschwinden

Am Knotenpunkt Uchtewall/Moltkestraße verhindert ein Geländer, dass Radfahrer auf dem Uchtewall fahren können. Sie müssen für eine kurze Strecke den Weg mit Fußgängern teilen. Der Stadtrat hat nun beschlossen, dass das Geländer abgebaut werden soll.

Von Donald Lyko 20.07.2021, 17:32
Am Winckelmann-Gymnasium versperrt bisher ein Geländer den Uchtewall, Radler müssen den Weg daneben mitnutzen.
Am Winckelmann-Gymnasium versperrt bisher ein Geländer den Uchtewall, Radler müssen den Weg daneben mitnutzen. Foto: Donald Lyko

Stendal - Der Uchtewall ist für Radfahrer und Fußgänger eine wichtige Verbindung vom Stadtseegebiet in die Innenstadt und umgekehrt, wird von Tiergarten-Besuchern und Spaziergängern genutzt – und der Überweg über die Moltkestraße von den Schülern des Winckelmann-Gymnasiums, die zwischen beiden Schulstandorten wechseln. „Morgens und nachmittags ist da ganz schön was los“, beschrieb Herbert Wollmann, Vorsitzender der Fraktion SPD/FDP/Ortsteile, im Stadtrat die Situation.

Der rege Verkehr führe „immer wieder zu gefährdenden Situationen“, meint die Fraktion SPD/FDP/Ortsteile. Konkret, dass Radfahrer wegen des Geländers auf Höhe des Gymnasiumseingangs nicht auf dem Uchtewall bleiben können, sondern einen nicht sehr breiten Weg und den Überweg mit Fußgängern teilen müssen. Darum hatte die Fraktion beantragt, das Geländer zu entfernen. Die Poller sollen bleiben, um für Autos weiterhin die Einfahrt in den östlichen Uchtewall zu versperren. Radfahrer können so aber ohne Umweg – allerdings mit Blick auf den Verkehr der Moltkestraße – direkt durchfahren.

Der Stadtrat hat dem Antrag mehrheitlich zugestimmt. Auf Wunsch des Antragstellers sollten schon zum neuen Schuljahr die Änderungen umgesetzt werden. Zu denen gehört das Schild „Achtung – Radfahrer kreuzen in beiden Richtungen“, um Autofahrer auf die erhöhte Nutzung der Querung durch Radfahrer hinzuweisen.

So steht es schon im Integrierten Verkehrskonzept für die Stendaler Altstadt. Auf das bezieht sich die Fraktion SPD/FDP/Ortsteile. Den Knotenpunkt Uchtewall/Moltkestraße hatte sie ausgewählt, weil die Änderung kurzfristig und mit relativ geringem Aufwand umsetzbar ist.

Auch wenn es am Ende eine Mehrheit gab, weil der Vorschlag inhaltlich mitgetragen wird, kam der Vorstoß der Antragsteller nicht so gut an. Stichwort Wahlkampf. „Ich möchte davor warnen, als Fraktionen jetzt Anträge zu schreiben, um das eigene Wirken zu unterstreichen“, sagte der Linke/Grüne-Fraktionsvorsitzende Joachim Röxe. Wenn jede Fraktion aus dem Verkehrskonzept einzelne Punkte herausgreift, führe das nicht zum Ziel. Der AfD-Fraktionsvorsitzende Arno Bausemer bat darum, „nicht in einen Überbietungswettbewerb zu treten“.

Sven Meinecke (Linke) äußerte die Bitte, in einem Jahr zu schauen, „ob das Ziel erreicht wurde oder ob vielleicht das Gegenteil eingetreten ist“. Für die erste Zeit der Umstellung plädierte er für eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, um alle Verkehrsteilnehmer mit der neuen Situation bekannt zu machen.

OB Klaus Schmotz „würde ein bisschen auf die Bremse treten, und das im wahrsten Sinne des Wortes“. Denn das Geländer sei eine Anordnung der Straßenverkehrsbehörde gewesen. Darauf Reiner Instenberg (SPD): „Auch eine verkehrsrechtliche Anordnung kann manchmal Blödsinn sein.“