Stendal l Der Borsteler Peter Sobotta war lediglich als Nachrücker in den Stendaler Stadtrat gelangt. Nun ist der 55-jährige Finanzwirt Stadtratsvorsitzender. Sobotta, der über die Liste Freie Stadträte für den Stadtrat kandidiert hatte, bedankte sich am Montag, den 1. Juli nach seiner Wahl bei den Ratsmitgliedern „für den Mut, einen Neuling in das Amt gewählt“ zu haben.

In einem langwierigen Wahlprozedere hatte er sich im zweiten Wahlgang während der konstituierenden Sitzung am Montag mit 21 Stimmen gegen Sven Meinecke (Linke) durchgesetzt, der 14 Stimmen bekommen hatte.

Im ersten Wahlgang waren sogar vier Kandidaten angetreten, um Thomas Weise (CDU) nachzufolgen, der in den vergangenen vier Jahren dieses Amt ausgeführt hatte. Weise, der diese ehrenamtliche Arbeit durchaus mit dem Respekt der übrigen Fraktionen ausgefüllt hatte, stellte sich etwas überraschend erneut zur Wahl.

Thomas Weise hatte im Vorfeld der konstituierenden Stadtratssitzung schon den Vorsitz der Fraktion CDU/Landgemeinden übernommen, nachdem Parteikollege Hardy Peter Güssau seinen Verzicht auf das Stadtratsmandat erklärt hatte. Güssau hatte die Fraktion jahrelang angeführt.

Wäre Weise zum Stadtratsvorsitzenden gewählt worden, hätte er den Fraktionsvorsitz wiederum weiterreichen müssen.

Nur sechs Stimmen

Weise erhielt im ersten Wahlgang jedoch lediglich sechs Stimmen. Reiner Instenberg (SPD) und Sven Meinecke (Linke) bekamen je acht Stimmen und Peter Sobotta lag auch schon da mit 15 Stimmen vorne.

Zum ersten Stellvertreter wurde Rita Antusch (SPD) gewählt. Die 72-Jährige hatte als ältestes Mitglied des Rates die Ehre, die Sitzung eröffnen zu dürfen.

Sie sprach davon, dass die letzte Wahlperiode durch die Wahlmanipulation überschattet gewesen sei und das der Rat nun eine Chance für einen Neustart habe. Sie wünschte sich einen „respektvollen Umgang“ der Ratsmitglieder untereinander.

Antusch setzte sich im zweiten Wahlgang mit 19 Stimmen gegen Erhard Liepe (AfD) durch, der 15 Stimmen erhielt. Im ersten Wahlgang hatte Antusch mit 14 Stimmen vorne gelegen, Liepe bekam 13 und Sven Meinecke neun. Da nur die absolute Mehrheit reichte, musste ein zweiter Wahlgang her.

Beim zweiten Stellvertreterposten war es einfacher. Da trat lediglich Christel Güldenpfennig (CDU) an. Sie erhielt 30 Stimmen, sieben Stimmen waren ungültig.