Stendal l Es war eine peinliche Nummer für die Stadtverwaltung, als im Hauptausschuss darüber zu entscheiden war, dass beim Bauhof-Umzug zusätzliche Ausgaben in Höhe von 629.000 Euro zur Verfügung gestellt werden müssen.

Besonders peinlich war es deshalb, weil die Kämmerei insgesamt 277.000 Euro vergessen hatte, in den Haushalt für 2018 aufzunehmen. Der Rest der Zusatzkosten entstand durch „nachträgliche Kostenanpassungen“, wie die Verwaltung mitteilte. „Wo gearbeitet wird, da passieren Fehler“, sagte Kämmerin Beate Pietrzak zu dem Fauxpas.

Am Ende befürwortete der Hauptausschuss die Mehrausgaben mehrheitlich. Die Ausschussmitglieder redeten sich bei der Vorlage allerdings schon in Rage und gingen dabei in eine grundsätzliche Diskussion zu ständig steigenden Kosten bei städtischen Baumaßnahmen über. Die Räte hatten dabei bereits den nächsten Tagesordnungspunkt im Visier, bei dem es um die Kostensteigerungen beim Winckelmann-Museum ging – und wo sie dann eben nicht mehr zustimmten.

Man habe sich seinerzeit schwer getan, dem Umzug des Bauhofes zuzustimmen, sagte Jörg Böhme (CDU). „Die Kosten sind nun schon mehrfach gestiegen. Unter dieser Prämisse hätte ich dem nicht zugestimmt“, sagte er.

Kosten stiegen auf 2,15 Millionen Euro

Als im April 2016 der Beschluss im Stadtrat zum Umzug gefasst worden war, hatte die Verwaltung Kosten in Höhe von einer Million Euro vorgerechnet. Ein Jahr später war man bereits bei 1,8 Millionen Euro angelangt. Mit der neuerlichen Steigerung beläuft sich die Summe auf 2,15 Millionen Euro.

Nachdem die Verwaltung 2015 zunächst die Sanierung des Bauhofes am bisherigen Standort am Uchtewall favorisierte, gab es 2016 den Schwenk zum Umzug an die Arneburger Straße. „Der Oberbürgermeister hat uns gesagt, dass sei zwar nicht die optimale Lösung, aber die günstigste“, sagte Sven Meinecke (Linke). Er kritisiere den Ablauf, wie die Verwaltung mit den Stadträten umgehe.

Auch Hardy Peter Güssau (CDU) ärgere sich nach eigenen Worten maßlos, er ging dabei auch auf die Verwaltungspanne mit dem fehlenden Haushaltsansatz ein. Mit Blick zur Kämmerin sagte er: „Das ärgert Sie wahrscheinlich am meisten. Da möchte man sicherlich am liebsten in die Baugrube des Winckelmann-Museums springen.“

Joachim Röxe (Linke) brachte zum Ausdruck, dass es beim Bauvorhaben wohl an interner Abstimmung gemangelt habe.