Stendal l Seit Tagen schon laufen Angler- und Feuerwehreinsätze am Stadtsee, um dort das Fischsterben einzudämmen und seine Auswirkungen zu bewältigen. Tote Fische werden am Ufer eingesammelt, für die überlebenden soll das Umwälzen des Wassers die Chancen verbessern. Bei steigenden Temperaturen könnte die Lage aber dramatisch werden.

Am Dienstag erreichten den Anglerverein Meldungen, dass zahlreiche tote Fische am Ufer des Stadtsees trieben. Die Ursache lag in dem gesunkenen Sauerstoffgehalt des Wassers, der die Tiere verenden ließ.

Noch am selben Tag rückte die Feuerwehr mit einem Löschfahrzeug aus, um das Wasser umzuwälzen, also mit Sauerstoff anzureichern. „Das hat auch was gebracht,“ sagt der 2. Vorsitzende des Anglervereins, Ferdinand Liebau. Die Wirkung zeigte sich „aber leider nur auf der einen Stelle“, ergänzt er, denn das angereicherte Wasser wurde nur zur Mitte des Sees gepumpt.

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Am Ufer sammelten sich unterdessen die Tierkadaver, um die sich die Angler kümmerten. Etwa 1,5 Tonnen tote Fische kamen bis Donnerstag zusammen und wurden von einer Spezialfirma entsorgt. Die Gelegenheit nutzten laut Liebau jedoch auch einige Wilderer, sich an den noch lebenden Exemplaren zu bedienen.

Hitze würde die Lage verschlimmern

Liebau sieht die aktuelle Situation kritisch, und befürchtet mit Blick auf die nächsten Tage: „Wenn es am Wochenende wärmer wird, können wir das ganz vergessen. Dann ist der Stadtsee tot.“

Aktuelle Wetterberichte sagen für das Wochenende einen drastischen Anstieg der Temperaturen voraus. Die nächste Welle des Fischsterbens könnte also in Kürze folgen.