Stendal l Stendaler, die gern in der Innenstadt, sprich rund um die Sperlingsida ihre Besorgungen erledigen, oder gar darauf angewiesen ist, es dort zu tun, haben seit Wochen ein Problem. Die Rathenower Straße ist Baustelle. Die Busse können dort nicht mehr halten, voraussichtlich bis 2019 hinein.

Eine Ersatzhaltestelle in der Nähe, von der aus Innenstadtbesucher mit dem Bus wieder in die anderen Stadtteile zurückfahren könnten, gibt es bisher nicht und sie wird es auch künftig nicht geben. Das geht aus dem Antwortschreiben der Stendaler Stadtverwaltung auf eine entsprechende Volksstimme-Anfrage hervor.

Wunsch nicht realisierbar

„Der Wunsch, der Einrichtung einer Ersatzhaltestelle im Ostwall direkt vor der Rathenower Straße, (also in der baustellenbedingt gesperrten Rechtsabbiegespur, Anmerkung d. Red.) ist aus verkehrlicher und sicherheitstechnischer Sicht leider nicht realisierbar“, teilt Stadtsprecher Philipp Krüger mit.

Das sei das Ergebnis eines nochmaligen Vor-Ort-Termins mit Vertretern des Straßenverkehrsamtes des Landkreises, der Baufirma für die Rathenower Straße, der Stendalbus GmbH, des Baulastträgers und der Stendaler Verkehrsbehörde, der am 8. August stattfand.

Erfolglose Suche nach Alternativen

Die Verwaltung weiß dieses Nein auch zu begründen: „Eine verständliche und umsetzbare Verkehrsbeschilderung bzw. Ausweisung der (Rechtsabbiege-)Spur als Bushaltestelle ist kaum möglich“, lässt die Stadtverwaltung wissen. Sie befürchtet „erhebliche Irritationen“, die „Falschfahrer mit PKW/LKW am und im unmittelbaren Kreuzungsbereich zur Folge haben, die ein hohes Gefahrenpotenzial tragen. Solche Gefahren gilt es jedoch in der Gesamtbetrachtung auszuschließen.“

Außerdem gebe es gegen die Wiedereingliedern der Busse aus einer in der Abbiegespur eingerichteten der Ersatzhaltestelle heraus in den fließenden Verkehr hinein „hohen Sicherheitsbedenken“.

Ein weiteres Argument gegen eine dortige Bushaltestelle sieht die Stadtverwaltung darin, dass spätestens dann, wenn die Nebenanlagen in der Rathenower Straße gebaut werden, zu denen auch die Gehwege gehören, es „in der vollständig gesperrten Rathenower Straße einen erschwerten Zugang über die Rathenower Straße zum Sperlingsberg“ geben würde. Das alles wiegt aus städtischer Sicht schwer genug, um eine Ersatzbushaltestelle in er Rechtsabbiegespur Ostwall abzulehnen-

Zugute zu halten ist der Stadt, dass sie nach auch alternativen Ersatzbushaltestellen suchte, allerdings mit ähnlichem Ergebnis.

Eine Ersatzhaltestelle im Ostwall vor der Abbiegespur einzurichten, gebe die Länge der dortigen Parkbuchten nicht her. Ein Bushalt auf der Fahrbahn sei aufgrund der hohen Verkehrbelastung auf der Straße nicht machbar.

Im weiteren Verlauf des Südwalls, „mangelt es nach Betrachtung aller Umstände, insbesondere der Prüfung der Anforderungen des Busunternehmens, an entsprechenden Flächen“.

Parktaschen, die man dort eventuelle hätte nutzen können, befänden sich „in einer sehr großen Entfernung zum Innenstadtbereich“, so dass auch das keine Lösung brächte.