Landtagswahl Sachsen-Anhalt

Stendaler AfD analysiert Landtagswahl in großer Runde und ohne Masken

Viele altmärkische Landtagskandidaten verfolgten die Wahl im Privaten. Die AfD hatte aber in Stendal zu einer großen Rund geladen.

Von Andreas König
Matthias Büttner (Mitte) bei der Wahlparty der AfD im Büro des Kreisverbandes Stendal.
Matthias Büttner (Mitte) bei der Wahlparty der AfD im Büro des Kreisverbandes Stendal. Foto: Andreas König

Stendal - Vor manchen Wahllokalen bilden sich am Sonntag Warteschlangen, doch der Abstand bleibt gewahrt. Die allermeisten Wahlberechtigten halten sich an die noch immer geltenden Hygienebestimmungen.

Ein anderes Bild zeigt sich im Büro des AfD-Kreisvorstandes in Stendal. „Ihr braucht hier keine Masken tragen“, informiert eine Dame. Diese Vorgabe befolgen offensichtlich alle Anwesenden. Die Volksstimme-Mitarbeiter möchten dennoch niemanden gefährden und lassen ihre Masken aufgesetzt.

Im AfD-Büro muss niemand Maske tragen

AfD-Kandidat Matthias Büttner aus Stendal ist gespannt auf die erste Prognose. Als sie in der Wahlsendung der ARD bekanntgegeben wird, bleibt die Stimmung verhalten. Lediglich das schwache Abschneiden der Grünen wird mit beifälligem Gemurmel bedacht.

„Sie sehen etwas komisch aus mit Ihren Masken“, sagt Kreisvorsitzender Dietrich Gehlhar mit Blick auf die Reporter. Möglicherweise sind die Anwesenden geimpft oder genesen, doch das scheint in diesem Raum nicht so wichtig zu sein. Gut und gern 25 Leute blicken jetzt auf den Fernsehschirm. Matthias Büttner beantwortet die Fragen und geleitet die Journalisten zur Außentreppe, wobei er versucht, der Situation eben die Schärfe zu nehmen.

Sein Parteifreund Ulrich Siegmund hält sich derweil in der Landeshauptstadt Magdeburg für Interviews und Statements bereit. Er kommt später noch nach Stendal, um seine Parteifreunde zu treffen.

Thomas Staudt verfolgt die Wahl vom Sofa aus

Genau wie die Gewinnerin des Direktmandats im Wahlkreis 4, Xenia Schüßler, verfolgt auch der CDU-Kandidat für den Wahlkreis 5, Thomas Staudt, das Geschehen vom Wohnzimmer aus. „Ich sitze hier mit meiner Frau“, sagt er. Als Informationsquelle hat er die Internetseite des MDR gewählt. Dort ist sein Vorsprung noch nicht so groß, dass er bereits an seinen Sieg glauben mag. Doch auf der Wahlseite des Landkreises Jerichower Land, der für die Wahlen in Tangermünde, Tangerhütte und Genthin zuständig ist, sieht das Ergebnis schon besser aus. „Sollte ich wirklich gewonnen haben, freut mich das besonders, angesichts der starken Konkurrenz vor allem durch die AfD“, sagt Thomas Staudt. Trotz aller Freude ist er verwundert darüber, „dass noch immer so viele Leute glauben, unser politischer Gegner hätte die Lösung für alle Probleme“. Vor allem jedoch ist er froh, dass „die Mehrheit der Bürger die Demokratie gewählt haben“.