Stendal l Fünf Jahre ist es her, dass der Sporthistoriker Jörg Hosang das vergessene Jahn-Denkmal wieder in den Blick der Öffentlichkeit gerückt hatte. Das war während der ersten Sportausstellung der Hansestadt Stendal. Kurz danach starteten er und Horst Paulus – beide sind für das Sportarchiv der Hansestadt tätig – die Aktion „Rettet das Jahn-Denkmal“, sammelten mit verschiedenen Aktionen Spendengeld, unter anderem mit Versteigerungen beim Rolandfest.

Und nun soll es damit losgehen, das Denkmal an seinen neuen Platz umzusetzen. Der ursprüngliche Plan, das aufgearbeitete Denkmal am 20. August und damit auf den Tag genau 106 Jahre nach seiner Einweihung der Öffentlichkeit zu präsentieren, lässt sich nicht mehr halten, aber zumindest beginnen die Arbeiten. Das Denkmal, das 1911 anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Männerturnvereins aufgestellt worden war, fristete lange ein unbeachtetes Dasein am Platz 2 am Hölzchen. Der untere Teil ist zugewachsen, die früheren Plaketten und das Relief, das an Turnvater Jahn erinnert, fehlen ganz.

Umfassung und neue Kette

Am jetzigen Standort wird das aus mehreren Feldsteinen zusammengesetzte Denkmal in seine (dann nummerierten) Einzelteile zerlegt und am neuen Standort wieder aufgebaut. Stehen wird das Denkmal künftig im umzäunten Eingangsbereich zum Stadion, so dass Besucher auf dem Weg vom Einlass zu den Tribünen daran vorbei kommen. Bei einer Beratung vor Ort besprachen Horst Paulus und Jörg Hosang am Mittwoch mit der beauftragten Naturstein-Firma sowie mit Mitarbeitern der zuständigen Ämter und des Bauhofes Details der anstehenden Arbeiten. So bekommt das Denkmal ein ordentliches Fundament, damit seine Höhe von rund drei Metern wieder richtig zur Geltung kommt. Darum herum wird in Form eines Bordes eine rechteckige Umrandung in Naturstein oder Granit gesetzt, deren Innenraum begrünt und bepflanzt wird. Geplant ist dann noch eine Pflasterung des Umfeldes und als äußere Abgrenzung des Gesamt-Denkmals eine geschmiedete Kette. Die gab es früher auch, wie historische Aufnahmen zeigen, doch trotz intensiver Recherchen ist deren Verbleib bisher unbekannt.

Bilder

An den großen Mittelstein kommt das vor einigen Monaten in der Lausitz gegossene Bronze-Relief mit dem Konterfei von Turnvater Jahn, davor eine Tafel mit seinem Wahlspruch: „Frisch, fromm, fröhlich, frei“. Und links und rechts soll es zwei Tafeln geben: eine, die die Geschichte von Stendals ältestem Sportdenkmal erzählt, und eine, die die Spender und Sponsoren nennt.

Nach jetziger Planung soll in diesem Monat mit den Arbeiten zur Umsetzung begonnen werden. Einen Termin für die offizielle Wiedereinweihung gibt es noch nicht.

Restbetrag aus städtischem Haushalt

Die Spendenaktion zur Restaurierung des Denkmals läuft noch. „Wer für dieses wichtige Stück Stendaler Stadtgeschichte spenden möchte, es werden immer noch gern Spenden für das Denkmal angenommen“, sagte Jörg Hosang. Sollten die Spenden für die Gesamtfinanzierung nicht ausreichen, wird der Restbetrag aus dem städtischen Haushalt zugelegt.

 

Gespendet werden kann auf das Konto: IBAN: DE37 8105 0555 3010 0115 54, BIC: NOLADE21SDL, Verwendungszweck: 243.100.379408 „Jahn“.