Die Stiftung

Die Kaschade-Stiftung wurde von den Stiftern Hans-Jürgen und Hermine Kaschade 1995 gegründet. Begonnen wurde mit einem Stiftungsvermögen von 100.000 Mark. Stiftungszweck sind Aktivitäten aus dem Kultur- und Bildungsbereich.

Mittlerweile beträgt das Kapital der Stiftung 1,519 Millionen Euro. Durch eine Zustiftung des Stifterehepaares sind 2017 200.000 Euro hinzugekommen.

Geschäftsführer der Stiftung ist seit Januar 2017 Christian Müller. Der Vorstand wird gebildet durch den Vorstandsvorsitzenden Tilman Tögel, den Stellvertreter Andreas Hoppe, Hans-J. Kaschade, Andrea Hohenstein und Christian Müller, der Beirat der Stiftung durch den Vorsitzenden Rainer Erdmann, den Stellvertreter Thomas Barniske, Hermine Kaschade, Juliane Kleemann sowie die Professoren Jutta Weber, Jörg Fahlke, Max Kunze und Wolfgang Patzig.

Stendal l Vor einigen Jahren haben die Verantwortlichen der Kaschade-Stiftung einen Kurswechsel vorgenommen: Die Aktivitäten der Stiftung sollten mehr als zuvor öffentlich sichtbar sein und den Stendalern zugute kommen. Höhepunkt seit drei Jahren sind dabei die Lichttage geworden, die in diesem Jahr zum vierten Mal ausgerichtet werden sollen – und zwar vom 18. bis 20. Oktober.

Diesmal sollen die Illuminationen ganz im Zeichen von Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) stehen, dessen 250. Todestag Anlass für Jubiläumsfeierlichkeiten der Winckelmann-Gesellschaft und des Museums sind.

Trojanisches Pferd soll angestrahlt werden

„Das Zentrum des Lichttage soll in der Winckelmannstraße bis hin zum Uenglinger Tor sein“, sagt Tilman Tögel, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung. Auch das Trojanische Pferd, das im Hinterhof des Museums einen neuen Platz bekommt und derzeit noch in Einzelteilen gestapelt ist, soll eines der Illuminationsobjekte sein. Die Kaschade-Stiftung wird für die Ausbesserung des Holzpferdes zunächst 80.000 Euro geben. Der Nachbau des antiken Objektes wurde 2003 im Garten des Museums aufgestellt, es war auf Initiative von Hans-Jürgen Kaschade angefertigt worden. Bei den Lichttagen sollen außerdem die Petrikirche und der Hartungswall einbezogen werden.

Bilder

„2017 hatten wir sechs- bis siebentausend Besucher“, sagt Tögel. Genau könne dies nicht beziffert werden, da der Eintritt frei ist. Etwas enttäuscht ist er darüber, dass es in den vergangenen Jahren nicht gelungen sei, noch mehr Sponsoren für die Aktion zu gewinnen. Es seien zuletzt Kosten von rund 40.000 Euro entstanden. Mit mehr Sponsoren könne an einigen Stellen noch großzügiger agiert werden. „Wir arbeiten immer am Limit“, so Tögel.

Dauerinstallation am Tangermünder Tor

Ein weiteres Vorhaben der Kaschade-Stiftung, das in diesem Jahr umgesetzt werden soll, hat ebenfalls mit den Lichttagen zu tun: eine dauerhafte Lichtinstallation am Tangermünder Tor. „Dadurch sollen die Konturen hervorgehoben werden“, sagt Tögel. Es sind Kosten in Höhe von 21.000 Euro geplant. Mit der Unteren Denkmalbehörde sei das Projekt bereits abgesprochen. Ohnehin werde die Installation so schonend angebracht, dass sie ohne größere Rückstände wieder entfernt werden kann. 50 Prozent des Geldes kommt von Spendern, die auch auf einer Tafel erwähnt werden sollen.

Eine weitere neue Idee möchte Professor Hans-Jürgen Kaschade selbst umsetzen. Und zwar schwebt ihm eine Gesprächsreihe mit Gewinnern des Alternativen Nobelpreises vor. „Ich kenne den Gründer des Preises“, sagt Kaschade. Der Schwede Jakob von Uexküll hatte den Preis als Gegenveranstaltung zum offiziellen Nobelpreis 1980 ins Leben gerufen. Ursprünglich hatte der schwedische Philatelist und Journalist Anfang der 1970er Jahre dem Nobelpreis-Komittee vorgeschlagen, auch Preise für Ökologie und Armut zu vergeben. Da darauf nicht eingegangen wurde, schuf Uexküll seinen eigenen Preis, der mittlerweile auch jährlich mit umgerechnet 290.000 Euro dotiert ist. Seit der Anfangszeit ist Kaschade mit dem Gründer bekannt. Jedes Jahr soll von der Hochschule möglichst der aktuelle Preisträger nach Stendal geholt werden.

Viele kleine Projekte unterstützt

Die Kaschade-Stiftung unterstützt darüber hinaus eine Reihe von kleinen Projekten. So wurde im vergangenen Jahr wieder Geld gegeben für ein Künstler-Stipendium, für ein Asylbewerberprojekt, für „Jugend forscht“ sowie die Kooperation der Comenius-Schule mit einer Schule im litauischen Vieksniai. Dazu kam ein Förderpreis für einen im Studentenverein besonders engagierten Studenten.