Kannenberg l Der Storch lässt die Neubers nicht los. Wie auch, wurde doch kürzlich auf dem Strommast gegenüber von ihrem Grundstück eine Nisthilfe angebracht. Das hatten sich die Kannenberger schon vor Hansi gewünscht. Denn mehrere Jahre nacheinander versuchten Störche, auf dem Mast ein Nest zu bauen, so auch im vergangenen. Als die Avacon zeitgleich daranging, Kannenberg erdzuverkabeln, hatten Marietta und Helmut Neuber Bange, dass sie den Mast einfach wegnehmen. Das hätte das Unternehmen allerdings gar nicht gedurft – und wollte es auch nicht. Vor Kurzem dann – Neubers waren gerade nicht zu Hause – wurde das Gestell angebracht. „Wir haben uns sehr gefreut“, so Helmut Neuber.

Hansi schreitet alte Wege ab

Umso mehr, da das Metall bald die Aufmerksamkeit von Störchen auf sich zog. Der erste – und da sind sich die Kannenberger ganz sicher – ist ihr Hansi. Jener Storch, den es im Winter 2015/2016 zu ihnen zog, den sie mit Fischen und Wurst durch den Schnee brachten. Neubers lesen es an Hansis Verhalten ab: „Er schreitet dieselben Wege wie damals ab, dicht am Zaun entlang und weiter hinter unserem Grundstück, das würde doch kein anderer Storch so machen“, sagt Helmut Neuber, der außerdem sicher ist, dass Hansi eine Storchendame ist. Denn der zweite - beringte – Storch, der auf der neuen Nisthilfe ankam, hat Hansi getreten. Die beiden paarten sich, „ich hab das bei Störchen vorher noch nie gesehen“, so Marietta Neuber. Allerdings war‘s das dann wohl auch schon.

Altes Nest liegt unten

„Denn seit der Kerl da war, war Hansi faul“, so Helmut Neuber. Vorher baute ihr Zögling eifrig am Nest herum, was der Wind allerdings immer wieder herunterfegte. „Die kriegen da keinen Halt rein.“ Liegt es am Gestell, das wie sonst oft üblich nicht mit einem „Flechtstart“ versehen ist? Wären Neubers da gewesen, als die Nisthilfe angebracht wurde, „hätten wir denen gesagt, dass sie das alte Nest doch bitte wieder oben drauf packen sollen“, so Helmut Neuber. Der alte Nestversuch liegt nun neben dem Mast im Grün, angereichert mit Hansis heruntergefegten Ästen.

Bilder

Von beiden Störchen fehlte in den letzten drei Tagen jede Spur. War‘s das schon mit der Storchensaison 2017 direkt vor der Haustür? Ehepaar Neuber hofft nicht. Derweil ist das Storchennest an der „Kaserne“ ein paar 100 Meter weiter besetzt. Helmut Neuber vermutet ja, dass Hansi in diesem Horst geschlüpft ist und dann irgendwie den Anschluss verlor. Aber genau wisse man es nicht.

Plaste-Storch steckt in der Hecke

Der Plastikstorch, den Helmut Neuber im vergangenen Jahr nach dem „Hansi-Winter“ von seinem Schwager zum Geburtstag bekam, steht mittlerweile nicht mehr im Vorgarten – er steckt in der Hecke. Weil ihm die Füße abgefroren sind, „und weil mir das komisch war, die Leute so zu veräppeln“. Sie hielten nämlich an, um zu schauen, ob da ihr Hansi steht.

Den echten Hansi haben Neubers für diese Saison noch nicht abgeschrieben. Wer morgens als Erster von den beiden wach wird, schaut aus dem Fenster - und sei es um 4 Uhr.