Stendal l Kommunalpolitiker aller Fraktionen und auch Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) halten den Bau einer Ortsumfahrung für Uenglingen für sinnvoll. Die Realisierung sollte rechtzeitig erfolgen, da mit dem Lückenschluss der A 14 in vier, fünf Jahren mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf der L 15 und damit auf der Hauptverkehrsader durch Stendals Ortsteil zu rechnen ist.

Pläne für eine Entlastung der rund 850-Seelen-Gemeinde gibt es. Favorisiert wird die sogenannte Westspange. Sie zweigt kurz hinter der künftigen Autobahnabfahrt Stendal-Mitte von der Landesstraße 15 ab und führt als L 15n direkt zur Bundesstraße 189 bei Borstel.

In einen Brief an Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) machte Stendals Oberbürgermeister nochmals deutlich, wie wichtig die Ortsumfahrung für Uenglingen als Folgeprojekt des A-14-Lückenschlusses sei. Die Antwort von Webel „stimmt uns hoffnungsvoll“, so Schmotz auf Volksstimme-Nachfrage. Zudem sehe Schmotz den Ergebnissen der Verkehrsprognose erwartungsvoll entgegen.

Westspange A14-B189 wird geprüft

Nach Volksstimme-Informationen sicherte Webel in seinem Schreiben zu, das die Westspange im Rahmen der anstehenden Überarbeitung des Landesverkehrswegeplanes einer Bewertung unterzogen werden soll. Geprüft wird in solchen Fällen die Wirtschaftlichkeit des Bauvorhabens. Bei positivem Nachweis wird in der Regel das Vorhaben in die Planung aufgenommen, ohne sich bei der Umsetzung gleich zeitlich festzulegen.

„Die Ortsumfahrung könnte sich also über den A-14-Lückenschluss hinaus verzögern“, sagt Herbert Wollmann. Für den Fraktionsvorsitzenden von SPD/FDP/Ortsteile sei die Antwort von Webel eher ernüchternd. Er wünsche sich schnellstmöglich Konkreteres für die Bürger in Uenglingen. So konkret, wie sich Webel in dem Schreiben an Stendals OB zur Fortsetzung des L-15-Ausbaus bekenne.

Im März soll 2. Bauabschnitt starten

Der Minister sicherte zu, dass der 2. Abschnitt des Ausbaus der L 15 in Uenglingen 2020 umgesetzt wird. Trotz der anstehenden Etatkürzungen für den Straßenbau im Land, so Webel. Nach Informationen aus dem Landesbaubetrieb, ist geplant, auf einer Länge von 435 Meter die Fahrbahn zu sanieren. Gebaut werden soll von März bis November.

Zum Projekt gehören auch der Bau eines Geh-Radweges, einer Überquerungshilfe für Radweganschluss nach Stendal und die Erneuerung von Versorgungsleitungen. Die Gesamtkosten werden auf 1,22 Millionen Euro geschätzt; sie teilen sich Land (460.000 Euro), Stadt Stendal (262.000 Euro) und Wasserverband (500.000 Euro). Dieser Ausbau ist die Fortsetzung des 1. Abschnitts, als 2013 etwa 323 Meter Straße in Uenglingen zwischen Abzweig Belkau bis Ortsausgang in Richtung Schernikau für rund 950.000 Euro ausgebaut wurde.