Entscheidung

Straßenmusiker in Stendal muss nicht wandern

Der Stadtrat in Stendal lehnte neue Regelungen für Straßenmusiker in der Fußgängerzone ab. Zuvor gab es Beschwerden über den Musiker David Barnik.

Von Donald Lyko
David Barnik spielt fast täglich in Stendals Innenstadt.
David Barnik spielt fast täglich in Stendals Innenstadt. Foto: Donald Lyko

Stendal - Für die Straßenmusikanten in Stendals Innenstadt bleibt vorerst alles wie bisher. Die geplanten Änderungen, die die Aufenthalte an derselben Stelle zeitlich begrenzen sollten, wurden vom Stadtrat mehrheitlich abgelehnt.

Weil es in den vergangenen Monaten vermehrt Beschwerden von Anwohnern und Gewerbetreibenden über den Straßenmusiker David Barnik gegeben hatte, der mehrere Stunden am Stück an einer Stelle stehe und mit seiner Musik zum Beispiel die Geschäftstätigkeit in einer Anwaltskanzlei störe, hatte die Verwaltung reagiert. Sie legte Änderungsvorschläge für die sogenannte Straßensondernutzungssatzung vor.

Die gestattet es Musikern, die ohne Verstärker oder Lautsprecher die öffentliche Straße nutzen, dies erlaubnisfrei zu tun. Das soll auch künftig so bleiben. Allerdings sollten nun, wie in anderen Städten auch, Dauer und Standplätze für die Auftritte geregelt werden. Der Vorschlag: höchstens eine Stunde an einem Standort, anschließend soll mindestens 100 Meter entfernt ein neuer Standort bezogen werden. Jeder Platz darf pro Tag nur einmal genutzt werden.

Straßenmusiker in Breite Straße: Abstand von 100 Metern schwierig

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Arno Bausemer, der mit einem Wahlstand nur wenige Meter neben dem Musiker stand, sagte im Stadtrat: „Ich hatte nicht den Eindruck, dass die Musik zu laut und zu störend ist.“ Die geplante Regelung in der Satzung würde „wie ein Berufsverbot sein“, so Bausemer mit Verweis auf die 100-Meter-Vorgabe und den nicht sehr langen Fußgängerbereich. Bausemer: „Lassen Sie den Mann doch spielen.“

„Ich bin der Meinung, dass der Antrag weit übers Ziel hinausgeht“, so Jacob Beuchel (SPD). Auch er sieht ein Problem in den Abständen. Immer 100 Meter weiter, das werde über Stunden „schon schwer in der Breiten Straße“.