Stendal l „Ach was, es hat sich nichts getan.“ Familie Seehaus ist sehr sauer, dass Berge von Laub immer noch im Haferbreiter Weg am Straßenrand liegen.

Bereits vor einem Monat haben sie und andere Anwohner sich Luft gemacht und an die Volksstimme gewandt. Sie kritisieren, dass die Stendaler Stadtverwaltung sie bei der Entsorgung des Blätterwaldes, der von den Großbäumen am Straßenrand stammt, im Stich lässt. Viele Anwohner seien überfordert, der Laubmassen Herr zu werden.

Umdenken empfohlen

Ihre Kritik ist kürzlich im Hauptausschuss von Stadträten aufgegriffen und zur Sprache gebracht worden. Wie schon gegenüber der Volksstimme auf Nachfrage im Rathaus, machte die Leiterin des Amtes für Technische Dienste erneut darauf aufmerksam, dass die Anwohnern im Haferbreiter Weg für die Straßenreinigung selbst verantwortlich sind. Zur Reinigung würde auch die Laubentsorgung gehören. „Wir können da keine Ausnahme machen“, sagte Silke Pidun.

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Kulanter als die Amtsleiterin reagierte Stendals stellvertretender Oberbürgermeister Axel Kleefeldt. Er wies darauf hin, dass sich die Stadtverwaltung etwas einfallen lassen sollte, spätestens, wenn die Biotonne kostenpflichtig wird. „Es sieht alles danach aus“, sagte Kleefeldt in Hinblick auf die Neuregelung der Abfallgebührenordnung für den Landkreis Stendal. „Wir können es den Bürgern nicht zumuten, das Laub von den städtischen Großbäumen per Biotonne auf ihre Kosten zu entsorgen“, so Kleefeldt. Er empfahl zudem, im Vorfeld zu agieren und nicht erst zu reagieren, wenn Kosten auf die Anwohner zukommen.

Vorbild im Umland

Wie es gehen kann, das machen zahlreiche Gemeinden im Umkreis den Stendalern bereits vor. Beispielsweise können Anwohner in den Orten der Einheitsgemeinde Bismark große Säcke anfordern. Diese werden mit dem Laub der Straßenbäume gefüllt und dann auf Gemeindekosten abtransportiert.

Genau das schwebe den Anwohnern im Haferbreiter Weg in Stendal auch vor. „Es geht uns Anwohnern nicht darum, uns zu helfen, das Laub zusammenzukehren, sondern uns bei der Entsorgung zu helfen“, so Familie Seehaus. Sie weist übrigens darauf hin, dass die Berge von Kastanienlaub am Straßenrand nicht mehr nur ein „untragbarer Zustand“ seien, sondern eine Gefahr sind. Genauer gesagt, sorge das aufgewirbelte Laub auf der Straße für Rutschgefahr.