Spielplanrevue

Theater der Altmark in Stendal hofft auf Spielzeit ohne Störungen

Coronabedingt musste das Theater der Altmark monatelang schließen. Auch die Sanierung des Haupthauses in Stendal macht Probleme. Deshalb soll die neue Spielzeit möglichst störungsfrei ablaufen.

Von Antonius Wollmann 12.07.2021, 17:52
Kathrin Berg und Sebastian Hammer zeigen einen Auszug aus der Operette "Hochzeitsnacht im Paradies".  Am Klavier begleitet der musikalische Leiter Nicals Ramdohr (links), Regissseur Jochen Gehle genießt die kurze Aufführung sichtlich.
Kathrin Berg und Sebastian Hammer zeigen einen Auszug aus der Operette "Hochzeitsnacht im Paradies". Am Klavier begleitet der musikalische Leiter Nicals Ramdohr (links), Regissseur Jochen Gehle genießt die kurze Aufführung sichtlich. Foto: Antonius Wollmann

Stendal - Man kann es drehen und wenden wie man möchte, doch am Ende bleibt die Erkenntnis: Die langsam aber sicher auslaufende Spielzeit des Theaters der Altmark (TdA) wird nur wenigen Menschen in Erinnerung bleiben. Was natürlich nicht an der Theaterleitung, dem Ensemble oder irgendeinem anderen Mitarbeiter liegt, sondern einzig und allein an den Umständen. Coronabedingt blieb das Haus monatelang geschlossen, ehe im Frühjahr der Betrieb langsam aber sicher wieder hochgefahren wurde.

Und trotz des gelungenen Neustarts ist am Sonntagvormittag bei der Vorstellung der Spielzeit 2021/2022 im Garten der Musik-und Kunstschule zu spüren, dass bei Intendant Wolf E. Rahlfs die Sehnsucht nach einer möglichst störungsfreien Saison groß ist. Zumal mit der nicht enden wollenden energetischen Sanierung des Haupthauses in der Karlstraße im wahrsten Sinne des Wortes eine weitere Baustelle aufs Gemüt drückt.

Umso mehr genießen die zahlreich erschienen Gäste, einen ersten Eindruck des kommenden Programms zu erhaschen. Und das was sie dort zu hören und zu sehen bekommen, macht Lust auf mehr. Hannes Liebmann und Sebastian Hammer deuten bei ihrem kurzen Dialog an, wie vielschichtig und verwirrend auch die Bühnenfassung von Franz Kafkas „Prozess“ ist. Und wenn das Stück den Besucher mit mehr Fragen als Antworten zurücklässt, ist das durchaus so gewollt.

Doch bevor der Eindruck entsteht, dass die Publikumsverwirrung prägend sein wird, für die Spielzeit 2021/2022: Es haben auch leichtere Stoffe Einzug gehalten. Die Operette „Hochzeitsnacht im Paradies“ ist wahrscheinlich bestens dafür geeignet, einen zwanglosen Theaterabend zu erleben. Noch dazu, wenn mit Kathrin Berg und Sebastian Hammer zwei Schauspieler auftreten, die in der Form von Sonntag gesanglich offenkundig über jeden Zweifel erhaben sind.

Vielleicht nicht ausschließlich vergnüglich, stattdessen von zeithistorischem Wert ist die Theater-Adaption von Manja Präkels mehrfach ausgezeichnetem Roman „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß". Stark autobiografisch gefärbt, erzählt das Stück die Geschichte von den Verwerfungen und Verirrungen vieler Jugendlicher nach dem Fall der Mauer.

Wolf E. Rahlfs ist sich jedenfalls sicher, „dass wir ein tolles und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt haben.“