Stendal l Freunde hätten sie auf die Idee gebracht, sagt Elisabeth Seyer im Gespräch mit der Volksstimme. Die neue Pächterin der Gastronomie im Theater der Altmark hatte zunächst gar nicht selbst den Gedanken gehabt, die kulinarische Welt der Rolandstadt zu bereichern. Einmal auf die Spur gebracht, war sie von dem Plan aber sehr schnell angetan.

So ganz unberührt ist sie von der Gastronomiewelt auch nicht, wenn sie auch weder Restaurantfachfrau noch Köchin gelernt hat. "Ich habe aber vor einigen Jahren in Stendaler Kneipen ausgeholfen und gekellnert", führte sie an. Ihr Lebensgefährte Karsten Schwarze sei auch schon als Gastronom tätig gewesen und mit Daniela Merkel-Dietrich hat sie in der Tat eine gelernte Fachkraft in der Küche stehen.

Und dort soll Besonderes zubereitet werden. Es werde viel auf regionale Produkte gesetzt und Bio-Herkunft, aber nicht ausschließlich. "Grundsätzlich möchten wir aber, dass man darüber nachdenkt, was man isst und auch trinkt", erklärte Seyer. So wird bei ihr fair gehandelter Kaffee angeboten, im Kühlregal stehen Mineralwasser und Limonaden, die auch einen sehr hohen Fairtrade-Anspruch haben.

Variables Frühstück

Und einen hohen Anspruch hat Elisabeth Seyer auch an das, was bei ihr auf den Teller kommt. Und das schon ab morgens. "Wir wollen nämlich auch Frühstück anbieten", kündigte sie an. Vom Brötchen bis zum Brot, vom Kaffee bis zum frischgepressten Orangensaft, von der süßen bis zur herzhaften Variante und auch veganen Aufstrichen soll es dann vielleicht nicht alles, aber doch vieles geben, was sich der Frühstücksfreund wünscht. Geöffnet wird um 9 Uhr. Und kommen dürfen nicht nur Mitarbeiter des Theaters, sondern alle Freunde des Genusses. "Ich will das extra erwähnen, weil ich öfters danach gefragt werde", fügte Seyer hinzu.

Auch der Mittagstisch ist für alle gedacht. Zu viel verraten wollten Elisabeth Seyer und Daniela Merkel-Dietrich noch nicht, was in Töpfe und Pfannen kommen wird, aber ein paar Aufsteller vermittelten schon einen ersten Eindruck. Sommergarten-Limonade steht beispielsweise darauf, das ist eine Limonade mit Gurke. Die Minestrone bereitet die Köchin nach ihrem ganz eigenen Rezept zu, heraus kommt eine vegane Spezialität. Gebraten werden auch Merguez-Würstchen. Die Bratwurst, die in Nordafrika zu Hause ist, besteht zumeist auf Lamm- und Rindfleisch und ist etwas für die "Fleischfresser". Für Freunde des guten Vitamins wiederum gibt es Obstsalat. Der Mittagstisch, bei dem auch wechselnde Tagesangebote auf die Karte kommen sollen, ist auch für alle gedacht und keine Kantine des Theaters der Altmark.

Veranstaltungen in der Planung

Allerdings heißt die neue Einrichtung so ähnlich: Kulturkantine. Und das verrät schon eine weitere Zutat, die ihr wichtig ist. "Wir haben zwar noch keine konkreten Termine vereinbart, aber es hat bereits Gespräche mit Musikern gegeben", sagte sie. Außerdem kann sie sich sehr gut vorstellen, dass auch noch weitere Veranstaltungen in ihren Räumlichkeiten stattfinden. Lesungen und Diskussionsrunden sollen dort stattfinden. Auch soll eng mit der Kleinen Markthalle kooperiert werden. Das liegt nahe, nicht nur weil der Bürgertreff nicht nur wenige Häuser von der Kulturkantine entfernt liegt, sondern Elisabeth Seyer dort ohnehin schon von Anfang an mitgewirkt hat.

Wenn sie an den kommenden Montag denkt, ist die neue Pächterin schon ein wenig aufgeregt, aber die Vorfreude überwiegt. "Es ist allein schon toll, jeden Tag hier aufzuschließen, und zu wissen, dass ich hier etwas gestalten kann", schwärmte sie. Dass sich das Theater frischen Wind gewünscht und gleichzeitig keine strenge Erwartungshaltung formuliert hat, beflügelt sie zusätzlich.

Los geht es am kommenden Montag nicht zur regulären Zeit, sondern erst um 11.30 Uhr, Frühstück gibt es am ersten Tag noch nicht. Auch wird noch nicht die komplette Karte im Angebot sein. "Wir werden den Gästen erstmal eine Auswahl aus unserem Repertoire präsentieren", möchte Seyer nicht, dass ein Gast enttäuscht ist. Denn eines ist ihr für die Kulturkantine auch sehr wichtig: "Es soll ein netter Umgang in einer schönen Atmosphäre herrschen". Dafür schließt die Kulturkantine am 20 August nicht wie sonst um 14.30, sondern erst um 22.30 Uhr.