Die Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind.

In den afrikanischen Ursprungsländern übertragen Lederzecken das Virus der ASP. Diese spielen in Mitteleuropa keine Rolle.

Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren, die Aufnahme von Speiseabfällen oder Schweinefleischerzeugnissen.

Nach einer Infektion entwickeln die Tiere sehr schwere, aber unspezifische Allgemein-symptome.

ASP ist keine zwischen Tier und Mensch übertragbare Infektionskrankheit, und daher für den Menschen ungefährlich.

Quelle: Friedrich-Löffler-Institut

Stendal l Die Verwaltung des Landkreises Stendal bereitet sich momentan intensiv auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vor. Zwar ist bislang noch kein Fall in der Region aufgetreten, doch ist die Seuche im Nachbarbundesland Brandenburg bereits angekommen. 70 Fälle wurden dort bis zum Ende der vergangenen Woche verzeichnet. Den bisher letzten bestätigte das Friedrich-Löffler-Institut am vergangenen Sonnabend. Die Krankheit ist in diesem Falle mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Polen eingeschleppt worden.

Schweinepest: Jäger mit eingebunden

Deshalb intensivieren die zuständigen Ämter den Austausch mit Jägern und Landwirten. „Außerdem werden sowohl alle bekannten Halter von Schweinen, von großen landwirtschaftlichen Betrieben bis zu individuellen Kleinsthaltungen als auch die Revierinhaber einzeln angeschrieben und auf die hohe Bedeutung der Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen hingewiesen“, teilt Kreissprecherin Angela Vogel auf Anfrage der Volksstimme mit. Zusätzlich werden zu den verschiedenen Fragestellungen Beratungs- und Sachverständigengruppen gebildet. Schon im Februar war das Ausbruchszenario während einer Großübung durchgespielt worden.

Der Fokus liege darauf, die Erkrankung so schnell wie möglich zu erkennen. Zu diesem Zwecke habe der Landkreis Tupfer und Blutröhrchen an Hegegemeinschaften und Jagdreviere ausgegeben, so Angela Vogel. Jäger sind angehalten, verendete Tiere per Tupfer zu beproben. Werden die Wildschweine erlegt, sind Blutproben vorzunehmen, die zur Auswertung ins Landesamt für Verbraucherschutz in Stendal geschickt werden. Pro eingesandter Probe erhalten die Jäger 50 Euro vom Land Sachsen-Anhalt. Doch ist die Früherkennung nur ein Baustein der Prävention.

Wildschwein-Bestand reduzieren

Den zweiten wichtigen stellt die Reduzierung des Wildschweinbestandes dar. Im benachbarten Altmarkkreis hatte der zuständige Ordnungsamtsleiter Hans Thiele in der vorigen Woche angeregt, die Zahl an Wildschweinen spürbar zu senken. Ein Ansatz, der auch in der östlichen Altmark auf Zustimmung stößt. „Hohe Schwarzwildbestände begünstigen die Ausbreitung von Infektionen, sodass eine konsequente Bestandsreduzierung eine wirksame Vorbeugung darstellt“, kommentiert Angela Vogel den Vorstoß aus dem Altmarkkreis. Besonders Frischlinge sollte man dabei ins Visier nehmen.

Neu sei das Thema nicht. Seit längerer Zeit sei die Reduktion des Schwarzwildes regelmäßig Thema, wenn sich Landkreis und Jäger austauschen. Man sei bemüht, die Anreize für die Waidmänner zu erhöhen. Der Kreis übernehme im dritten Jahr in Folge die Kosten für die Untersuchung der erlegten Tiere auf Trichinen (Parasiten).