Tangermünde l Das Problem mit den Bisamratten am Ende der Breitscheidstraße ist noch immer nicht beseitigt. Vor allem die unmittelbaren Nachbarn des Regenrückhaltebeckens berichten von regelmäßigen Begegnungen mit den Tieren.

Stadtwerkeleiter Dietmar Schiess hatte im April erklärt, dass mit einer Lebendfalle bereits sechs der Tiere gefangen und umgesiedelt werden konnten. Nach wie vor sei die Lebendfalle, die die Stadtwerke dafür angeschafft hätten, im Einsatz, so berichtete jetzt Kay Kentel von den Stadtwerken auf Anfrage. Er sprach von weiteren vier gefangenen Tieren. Doch noch immer sind die Tiere damit nicht komplett verschwunden.

Aufgrund des defekten Zauns rund um das Regenrückhaltebeckens ist es allerdings auch ein Leichtes für die Tiere, im angrenzenden Wohngebiet spazieren zu gehen. Sowohl das Loch im Zaun als auch der Abstand zwischen Zaun und Erde machen es den Tieren leicht, aus diesem Areal herauszukommen.

Angebote für Zaun werden eingeholt

Kay Kentel berichtete, dass die Stadtwerke derzeit dabei seien, Angebote für einen neuen Zaun einzuholen. Ziel sei es, den Zaun in Richtung Straße zu versetzen. Der Grund: Zwischen Zaun und Fahrbahn würde immer wieder übers Jahr verteilt Grünschnitt abgelegt werden. Das Grundstück gehöre der Stadt und werde sowohl als Parkplatz für Lkw und/oder auch als Lagerplatz für den grünen Abfall genutzt. Um das künftig zu verhindern, sei die Umgestaltung der Zaunanlage im Gespräch. Kentel wies außerdem darauf hin, dass der defekte Zaun mit hoher Wahrscheinlichkeit durch die dort parkenden Fahrzeuge verursacht wurde. Bewiesen werden könne das nicht, gab er zu verstehen.

Im Übrigen gibt es in der Stadt Tangermünde insgesamt sechs Regenrückhaltebecken. Das am Ende der Breitscheidstraße ist das einzige, in dem Bisamratten zu leben scheinen.

Kay Kentel erklärte die Funktion dieser Becken auf Nachfrage: Bei Starkregen hätten diese Anlagen die Funktion, das hierher abgeleitete Regenwasser zu sammeln und zwischenzulagern. So stürze das Wasser nicht unkontrolliert in die jeweils angrenzenden Gräben, sondern würde kontrolliert über einen sogenannten Drosselabfluss dorthin abgeleitet.

Um diese Funktionen zu ermöglichen, hätten die Stadtwerke eine externe Firma damit beauftragt, die Becken regelmäßig, nämlich einmal im Jahr, zu pflegen. Im Dezember würde das Jahr wieder rum sein. Dann beginnt die Krautung in allen sechs Anlagen der Stadt.