Demker l 106 tote Schweine sind vor dem Demkeraner Schweinezuchtbetrieb am Köckter Weg abgeladen worden. Erst am darauffolgenden Tag wurde der Betreiber davon in Kenntnis gesetzt. Parallel dazu war der Landkreis durch Hinweise aus der Bevölkerung aufmerksam gemacht worden. Landrat Carsten Wulfänger (CDU) ordnete umgehend eine Untersuchung der Kadaver an. Bislang ohne einen positiven Befund. „Es ging mir vor allem darum, auszuschließen, dass die Tiere an der Schweinepest verendet sind“, sagte Wulfänger zwei Tage später während der Kreistagssitzung. Die Schweinepest könne nun in der Tat ausgeschlossen werden.

Doch das beruhigt die Menschen in Demker nicht. Eine Demkeranerin hat am Montag ab 18.20 Uhr einen Transporter vor dem Zuchtbetrieb beobachtet und quiekende Schweine gehört. „Die Uhrzeit war ungewöhnlich, der kommt sonst immer vormittags“, sagte sie gegenüber der Volksstimme. Mehrfach sei der Transporter zwischen Gatter und Stall gependelt. Gegen 19 Uhr sei das Quieken deutlich schwächer gewesen. Erst am Dienstagmorgen sei der Lastwagen dann weggefahren.

In der Früh habe sie sowohl eine Plane gesehen als auch noch stärkeren Gestank als sonst schon wahrgenommen. „Besonders Ortsfremden fällt es auf, dass es bei uns im Dorf nach Kuhstall und Aas riecht“, erzählte sie. Das seien doch keine schönen Lebensumstände, aber es werde auch nichts zur Verbesserung der Situation unternommen. An Tagen mit schwächerem Geruch würden die Einheimischen den überhaupt nicht mehr wahrnehmen.

Sie hat auch Fotos von dem Geschehen gemacht. Ebenso wie der Landkreis. Dessen Fotos wurden allerdings der Polizei für die weiteren Ermittlungen übergeben. In der Kreisverwaltung Stendal wird abgewogen, ob Strafanzeige gestellt wird. Eine Kontrolle des Betriebes hatte keine Mängel ergeben. Auch der Altmarkkreis Salzwedel hat sich in die Ermittlungen eingeschaltet. Das Transportunternehmen ist im westaltmärkischen Dähre ansässig. Die Tiere stammen von einem Hof in Brandenburg. Zunächst waren die Behörden davon ausgegangen, dass die Tiere aus einem Agrarbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern stammten.

Die Demkeranerin will sich nun an den Landkreis wenden, um die Verwaltung auf die Vorgänge aufmerksam zu machen. „Ich will doch einen schönen Lebensabend verbringen“, hofft sie auf Besserung im Dorf.