Stendal l Rund 30 Stunden Video-Material, mit denen der Verein „Soko Tierschutz“ seine Vorwürfe gegen den Demkeraner Milchviehbetrieb untermauert sieht, hat die Tierrechtsorganisation dem Landkreis zur Verfügung gestellt. Die sind zwischenzeitlich gesichtet, wie der zweite Beigeordnete des Landrates, Sebastian Stoll (CDU), den Mitgliedern des Kreisausschusses berichtete.

Totes Tier zehn Tage im Stall

Dadurch und aufgrund der Recherchen des Landkreises stehe für ihn nun zum Beispiel fest, dass eine tote Kuh vom 3. bis zum 12. April in einer Box im Stall lag, eine unakzeptabel lange Zeit, so Stoll und: „Das wird verwaltungsrechtliches Handeln nach sich ziehen.“ Ein solches kündigte er auch an wegen Verstößen gegen die Kennzeichnungspflicht von Kälbern und wegen „weiterer festgestellter Rohheiten gegen Tiere“ in dem Milchviehbetrieb, wobei zu diesen Rohheiten derzeit geprüft werde, „ob das auch strafrechtliche Folgen hat“.

Eine strafrechtliche Relevanz sieht der Landkreis auf jeden Fall gegeben, weil der Milchviehbetrieb einer Mitte Mai erteilten Verfügung zur Klauenpflege nicht nachgekommen sei. Stoll: „Wir haben eine weitere Strafanzeige gestellt.“ Die erste hatte der Landkreis nach dem Ausstrahlen von ersten Video-Sequenzen der „Soko Tierschutz“ in der Stern-TV-Sendung vom 9. Mai erstattet. Nach dem Sichten des gesamten Materials sieht Stoll auch diese erste Anzeige als berechtigt und gerechtfertigt, denn: „So geht man mit einem Tier nicht um.“ Der Landkreis werde seine jetzigen Kenntnisse der Staatsanwaltschaft zuarbeiten.

83 Beschwerden gegen Landkreis

Stoll informierte auch, dass inzwischen 83 Beschwerden aus ganz Deutschland – 21 davon als Fachaufsichtsbeschwerden – beim Landkreis eingegangen sind. Zwei Strafanzeigen gegen den Landkreis beziehungsweise gegen Mitarbeiter wurden gestellt. Stoll: „Das arbeiten wir jetzt ab.“