Mehr zu den sechs Stationen

1. Geburtsort

Dort, wo das Museum steht, wurde Johann Joachim Winckelmann im Jahr 1717 geboren. Es ist die erste Station des Winckelmann Pfades.

2. Taufkirche

Der Sohn eines Schuhmachermeisters wurde in der Kirche St. Petri getauft.

3. Lateinschule

Bis Ende 1735 besuchte Winckelmann die alte Lateinschule. Sie befand sich neben dem heutigen Stadtarchiv an der Südostecke des Mönchskirchhofes. Unter dem Hof sollen noch die Fundamente liegen.

4. Grab des Lehrers

An der Lateinschule wurde Winckelmann von Esaias Wilhelm Tappert unterrichtet und gefördert. Zwischen Orgelempore und der Taufkapelle in der Kirche St. Marien steht der Grabstein des ehemaligen Rektors der Lateinschule.

5. Denkmal

Seit 1859 steht das bronzene Winckelmann Denkmal auf dem Winckelmann Platz.

6. Trojanisches Pferd

Der Rundgang endet mit einem Blick auf das Museumsgelände und das Trojanische Pferd. Winckelmann war Archäologe und Freund der griechischen Kunst.

Stendal l Es ist nicht nur ein Rundgang durch Stendal – es ist ein Rundgang durch das Leben von Johann Joachim Winckelmann. Am 8. September 2019 stellte die Altmärkische Bürgerstiftung das Vorhaben gemeinsam mit dem Winckelmann-Museum vor. Gestern wurde der Winckelmann Pfad abgelaufen, auf sechs Stationen soll über den Sohn Stendals informiert werden.

Los geht es am Museum, dem Geburtsort Winckelmanns. Jürgen Lenski von der Bürgerstiftung, Bärbel Hornemann vom Denkmalschutz und Steffen Richter vom Tiefbauamt diskutieren, wo genau die erste Platte liegen soll. Direkt vor dem Eingang, auf dem Gehweg, wird entschieden. Alle drei schreiben mit, machen Fotos und dann geht es weiter zu Station zwei, der Kirche St. Petri.

Idee entsteht in Dessau

Jürgen Lenski hatte die Idee für den Pfad im Sommer 2018 als er Dessau besuchte. Dort gibt es einen Kulturpfad, sagt er. Bronzeplaketten im Bürgersteig führen mithilfe von Pfeilen durch die Innenstadt.

Auch in Stendal sollen Pfeile bei der Orientierung helfen. Winckelmannstraße 32 – Ein Pfeil soll nach rechts zur Kirche St. Petri zeigen. Dann ein weiterer Pfeil nach links zum Haupteingang. Die zweite Station, die Taufkirche Winckelmanns, ist erreicht. „Ich bin da raus“, sagt Richter. Er berät bei der Verteilung der Platten nur bei Flächen der Stadt. Die Stadtgemeinde am Dom müsse gefragt werden, ob vor der Kirche eine Plakette platziert werden darf, sagt Hornemann.

Fördergelder benötigt

Finanziert werden soll das Projekt über Spenden und Fördergelder. „Knapp 1000 Euro haben wir schon“, sagt Lenski. Die Fördermittel sollen vom Land kommen. 20 Prozent Eigenanteil seien dafür notwendig und Lenski schätzt die Gesamtkosten für den Pfad auf 60.000 Euro. Es fehlen also noch 11.000 Euro. „Wir hoffen, dass die Kreissparkasse sich beteiligt“, sagt er.

Weiter zum Westwall. Ein Pfeil soll Richtung Winckelmann Gymnasium zeigen. Für den Wall sei allerdings das Amt für technische Dienste verantwortlich, sagt Hornemann. Eine weitere Stelle, die ihr Einverständnis geben muss.

Kurz vor dem Gymnasium geht es über die Fußgängerampel nach links und auf den Mönchskirchhof. Nächster Stopp an der Südostecke des Hofes vor dem Stadtarchiv. Hier war einst die alte Lateinschule, die Winckelmann besuchte. Station Nummer drei.

Winckelmann soll auf die Platten

Das Design der Platten steht noch nicht fest. Der Kopf Winckelmanns, die Station, ein Richtungspfeil und weitere Logos, wie das Symbol der Stadt, sollen darauf zu erkennen sein. Mithilfe eines QR-Codes, der mit einem Smartphone einlesbar ist, soll eine Webseite aufgerufen werden können, die mehr Informationen enthält, sagt Lenski. Der QR-Code soll neben den Platten angebracht werden. Einen Ratgeber in Papierform soll es auch geben.

Station vier ist die Marienkirche, wo Winckelmanns ehemaliger Lehrer und Förderer Tappert begraben wurde. Dann geht es zum Denkmal auf dem Winckelmannplatz, wo eine Bronzestatue zu Ehren des Stendalers steht. Wer dem Pfad folgt, wird danach über den Nordabschnitt der Breiten Straße geführt.

Das Ziel des Vorhabens sei unter anderem: „Mehr Tourismus natürlich“, sagt Lenski. Leute sollen in und durch die Stadt gelockt werden. Gaststätten, Einzelhandel und Hotelbetriebe sollen neben dem kulturellen Mehrwert von dem Pfad profitieren.

Blick auf das Trojanische Pferd

Der letzte Abschnitt des Weges führt über das Alte Dorf zum Trojanischen Pferd. Station sechs bietet einen abschließenden Blick auf die Holzkonstruktion auf dem Gelände des Winckelmann-Museums. 22 Plaketten mit Pfeilen, bevorzugt aus Edelstahl, müssten für die gesamte Strecke verlegt werden, sagt Lenski. Die sechs Stationen eingeschlossen.

Jürgen Lenski wünscht sich den fertigen Winckelmann Pfad für das Jahr 2022. Dann findet nämlich der Sachsen-Anhalt-Tag in Stendal statt.