Stendal l Wo genau in Stendal Winckelmann geboren wurde, können inzwischen sicher viele Stendaler und Touristen der Stadt beantworten. Dass es ein Denkmal für ihn gibt, ist natürlich bekannt. Doch wo wurde er getauft, wo ging er zur Schule, welchem Lehrer hat er letztlich seinen Werdegang zu verdanken? Die Antworten auf diese Fragen sollen künftig ganz unkompliziert, eingängig und lebendig erfahrbar sein – auf einem Winckelmann-Pfad mitten in der Altstadt.

Sieben Stationen per App

Über sieben Stationen, angefangen beim Winckelmann-Museum als Geburtsort bis zum Denkmal auf dem Winckelmann-Platz sollen in den Boden eingelassene Plaketten die künftigen Pfad-Nutzer auf die Spuren Winckelmanns bringen. An den bislang geplanten sieben Stationen sollen dann über eine eigens entwickelte App per Smartphone Informationen über den Schustersohn und späteren Kunsttheoretiker mit der Mission Antike abrufbar sein.

So weit die Idee, die am Sonntag von den Initiatoren im Winckelmann-Museum Stendal veranschaulicht wurde. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, die Orte, die in Stendal mit Winckelmann verbunden sind, noch stärker hervorzuheben“, sagte Stephanie-Gerrit Bruer seitens der Winckelmann-Gesellschaft. Und Jürgen Lenski von der Altmärkischen Bürgerstiftung, der, als er neu nach Stendal kam, auch erst einmal gestaunt habe, was für ein berühmter Mensch da doch aus dieser Stadt stammt, hofft, mit dem Pfad „sein Leben etwas anschaulicher zu machen“.

Bilder

Design schlicht und klar

Wie die etwa A4- beziehungsweise A5-formatigen Edelstahl-Plaketten aussehen könnten, stellte Designerin Charlotte Schulz vor. So solle die Gestalt im Geiste Winckelmanns „ganz schlicht und klar“ sein. Name, drei Logos und weitere Symbole oder Schriften sollen in die Platten eingraviert werden.

Die Entwürfe sorgten im Publikum gleich für Gesprächsstoff und brachten Ideen hervor. So wurde angeregt, doch mindestens das Konterfei Winckelmanns als Erkennungsmerkmal auf der Plakette unterzubringen. „Im ersten Entwurf war das auch so gedacht“, sagte Charlotte Schulz, „technisch bereitet das aber Schwierigkeiten.“ Allerdings nur, wenn man es sich als dreidimensional wirkende Darstellung wünsche. Das müsste man mit der anfertigenden Firma Zorn in Stendal noch klären.

Für Winckelmann-Pfadfinder der undigitalen Anhängerschaft soll es zumindest eine textlich-bildliche Ergänzung vorhandener Stadtpläne geben und laut Kathrin Schade vom Winckelmann-Museum außerdem spezielle Stadtführungen, „um das Ganze mit verbaler Beschreibung zu beleben“.

Spenden benötigt

Für die Stiftung geht es nun aber erst einmal ans Einholen eines Angebots (es wird mit Gesamtkosten um die 50.000 Euro gerechnet) und ans Antragstellen bei der Denkmalschutzbehörde, die zumindest Wohlwollen signalisiert habe, so Lenski. Den 20-prozentigen Eigenanteil möchte man über Spenden zusammenbekommen.