Stendal l Ein Läuferleben hat sich vollendet: In der Nacht zum Dienstag verstarb Gerd Engel, langjähriger Vorsitzender der Stendaler Laufgruppe Haeder, nach schwerer Krankheit im Alter von 77 Jahren. Der Ur-Altmärker, der 1941 in Stendal das Licht der Welt erblickte, war Begründer der Laufbewegung in der Region, darf ohne Übertreibung als Pionier des volkssportlichen Laufens im Osten Deutschlands bezeichnet werden.

Dabei brachte Gerd Engel nicht nur sich und seinen Freundeskreis auf Trab, sondern Tausende. Der Mann mit dem wallenden Haar hob zahlreiche Volkssportveranstaltungen aus der Taufe und hielt dann auch die Organisationsfäden in seinen Händen. So war der Eisenbahner unter anderem Geburtshelfer beim Arneburger Elbelauf, dem Fackellauf mit Musik am Stendaler Stadtsee, dem Uchtspringer Heidelauf, dem Hasseler Wald- und Wiesenlauf, dem Ramelow-City-Lauf in Stendal, dem Stendaler Tiergartenlauf.

Eine besondere Philosophie

Und Gerd Engel brachte seine Philosophie in die Laufszene ein, für die beispielgebend der Spruch steht: "Lieber schöne Erlebnisse als Zeiten und Ergebnisse." Die lebte er nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. So führte der Laufsport den zweifachen Vater bis nach Neuseeland und Hawaii. Und auch nach Afrika. In Ägypten hob er 1994 einen Marathon aus der Taufe. 2005 nahm er mit seiner Ehefrau Liesel an einem Lauf in Äthiopien teil und war erschrocken über die Armut in diesem Land. Er wollte helfen - es entstand mit dem Engagement Gleichgesinnter die Äthiopien-Kinderhilfe, mit deren Spenden eine Schule in Shafamu gebaut und 2007 eröffnet wurde und seither unterstützt wird. Beispielsweise mit einem Solidaritätsbasar während der Stendaler Weihnachtsmärkte.

Diese Arbeit werde auf jeden Fall fortgeführt, machten gestern Mitstreiter deutlich, die wie Freunde, Bekannte und Sportler die Nachricht vom Tod des Lauflegende mit Erschütterung aufgenommen haben.