Stendal l Die Zusage stammt aus dem Juli 2011. Bevor die Filiale von C&A in der Breiten Straße erweitert wurde, hatte der Investor zugesichert neue Parkplätze zu schaffen. 61 Stellflächen sollten an der Hallstraße auf dem Gelände der ehemaligen Post entstehen, die mittlerweile zu einem Wohnhaus umgebaut worden ist. Am Sommer 2014 sollte dort geparkt werden können. Der ist lange vorbei, das Areal mittlerweile verkauft und das Textilkaufhaus auf der Suche nach einem neuen Grundstück.

Konkrete Pläne 2010 vorgestellt

„Nach wie vor müssen 61 Stellflächen für den Betrieb von C&A geschaffen werden“, sagte Stadtsprecher Philipp Krüger auf Anfrage der Volksstimme. Allerdings würden diese nicht mehr konzentriert auf einer Fläche sein. Vielmehr habe die Firma in der Zwischenzeit 50 Stellflächen an drei verschiedenen Stellen in der Innenstadt eingerichtet. Konkret sind dies die Breite Straße 11 und 12 sowie ein Gelände an der Vogelstraße.

Nun bleiben noch elf Stellplätze, wenn die nicht geschaffen werden, müssten drei Plätze mit einer Ablösesumme ausgeglichen werden. Laut Bauordnung des Landes Sachsen-Anhalt fallen die ersten acht Plätze nicht in Betracht. Bei der Diskussion um den Parkplatz, für den C&A immer wieder um Aufschub gebeten hat, war stets die Rede von 3000 Euro pro Stellfläche. Konkreter konnte es Krüger auch nicht benennen und verwies darauf, dass es sich um ein schwebendes Verfahren handelt.

Die Diskussion um die Parkplätze ist entstanden, weil durch die Ansiedlung von C&A in dem Komplex, in dem zuvor der Drogeriemarkt „Ihr Platz“ und die Bäckerei „Kornkammer“ ihre Produkte verkauften, die Gewerbefläche vergrößert, wurde, erst wenige Jahre zuvor geschaffene Stellflächen wegfielen. Sie entstanden, als das Gebiet um den Binnhoff neu gestaltet wurde. Dies sorgte im Vorfeld durchaus für Kontroversen. Die Stader Firma Lührs City Bau, der dieses und benachbarte Häuser gehören, wollte möglichst im Februar 2011 mit dem Umbau und der rückwärtigen Erweiterung der Breiten Straße 11 beginnen. So wurde es im Stadtentwicklungsausschuss Ende November 2010 vorgestellt.

Spätestens im Juli 2011, so Firmenchef Helmut Lührs damals zur Volksstimme, wolle er die Flächen im Erdgeschoss an C&A übergeben. Auch die benachbarte Drogeriefiliale Rossmann, ebenfalls in einem Lührs-Haus, wolle ihre Verkaufsfläche nach hinten erweitern.

Stadtrat Reinhard Weis (SPD), der die Ansiedlungs- und Erweiterungswünsche im Ausschuss für Stadtentwicklung grundsätzlich begrüßte, meldete Bedenken gegen das von der Stadtverwaltung eingeleitete vereinfachte Bebauungsplanverfahren an, das die Änderung möglichst schnell voranbringen soll. Mit der Eigentümergemeinschaft der Parkflächen, die den Erweiterungsplänen zum Opfer fallen sollen, sei noch nicht gesprochen worden, sagte er.

Eine Verlegung der Parkplätze an andere Standorte, etwa in die Hallstraße, wie von der Verwaltung anvisiert, ergebe für Leute, die in der Vogelstraße wohnen, „keinen Sinn“. Weis forderte die schnelle Klärung des Parkplatzproblems.

Und die Parkplätze an der Hallstraße wurden auch von anderer Seite kritisiert. „Wenn diese Parkplätze gebaut werden, wird der Quartierabschluss für immer verloren sein, ich bitte, darüber nachzudenken“, sagte Architekt Lutz Schwarzbrunn im September 2015 in einer Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses. Zumindest dieses Problem besteht nun nicht mehr. Nun müsste nur noch die Baulücke geschlossen werden, wie Schwarzbrunn es in der Ausschusssitzung gefordert hatte.