Stendal l Bekommen die Stendaler einen zweiten Grillplatz? Fraktionsübergreifend findet die Idee der Fraktion SPD/FDP/Piraten/Ortsteile Zustimmung. Das hilft aber nicht wirklich weiter, solange man sich nicht einig wird, wo dieser Platz eingerichtet werden soll. Diesbezüglich gingen die Meinungen bereits während der Mai-Sitzung des Hauptausschusses auseinander. Sollen sich doch bitte auch die anderen Ausschüsse eine Meinung bilden, hieß es.

Wenigstens ein Versuch

Die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses versuchten es in der vergangenen Woche zumindest.

Carola Radkte aus der antragstellenden Fraktion brachte erneut einen Standort am Schwanenteich ins Gespräch. In dessen Umfeld sei auch ein Bedarf für so einen Platz erkennbar.

Dirk Hofer (Fraktion CDU/Landgemeinden) fand diesen Vorschlag, der schon während der Diskussion im Hauptausschuss auf wenig Gegenliebe stieß, nicht mehrheitsfähig. Zu unübersichtlich, nicht kontrollierbar, so zwei seiner Gegenargumente. Eigentlich hatte er erwartet, dass die Antragsteller zu dieser Sitzung „mit einem anderen Standortvorschlag kommen würden“.

Mit Blick auf den Stadtsee

Ein solcher ergab sich im Verlauf der weiteren Diskussion. Wie wäre denn es am Stadtsee? Der Bereich in der Nähe des Eingangs zum Tiergarten würde sich anbieten, hieß es. Klang gut, fand aber auch ein Aber. Das Problem der öffentliche Toiletten müsste an so einem Platz gelöst werden. Transportable Toilettenhäuschen könnten wohl die Lösung nicht sein, da im Blickfeld aller, die den Tiergarten besuchen möchten, nicht besonders attraktiv.

Diese bisher kaum diskutierte Entsorgungsfrage wäre mit einem anderen Standort – auch wenn der ebenfalls noch nicht benannt ist – problemloser zu klären, meinte Jörg-Michael Glewwe (Linke), der den angedachten Wohnmobilplatz vorschlug. Da dort ohnehin eine Entsorgungsstation gebaut werden müsse, wäre es sicher unproblematisch, in sie auch eine Toilette für den Grillplatz einzubinden.

Bei Wohnmobilisten unbeliebt?

Allerdings blieb auch dieser Vorschlag nicht unwidersprochen. Wohnmobilisten würden auf ihren Stellplätzen zum einen Zentrumsnähe, zum anderen aber auch Ruhe bevorzugen. Ein Grillplatz in direkter Nachbarschaft könnte den künftigen Stendaler Wohnmobilstellplatz – wo auch immer der sein wird – Attraktivität kosten.

Katrin Kunert (Linke) gab zu bedenken, dass die Kontrollierbarkeit des Platzes sichergestellt sein müsse, womit auch wieder die Verhaltensregeln (Bestandteil des Grillplatz-Antrags der Fraktion SPD/FDP/Piraten/Ortsteile) in den Fokus gerieten. Der Vorschlag steht im Raum, den Grillplatz täglich zwischen 8 und 22 Uhr zu öffnen.

Carola Radtke schlug daraufhin vor, den Antrag noch einmal mit in die Fraktion zu nehmen und dort zu beraten, ob und wie er noch weiter konkretisiert werden könnte.

Die Anregung aus der Diskussion heraus, sich als Ausschuss per Abstimmung generell zu einem zweiten Grillplatz in Stendal zu bekennen und in einem späteren Beschluss den Standort zu bestimmen, fand keine Mehrheit.