Tangermünde l Werner Hartig sagt nach einer Analyse der Situation vor Ort: „So geht das nicht. Radverkehr ist Fahrverkehr. Dem Radverkehr zugewiesene oder angebotene Bordsteinwege dürfen sich nicht einfach in Luft auflösen. Stellen wir uns vor, so würde mit dem Kraftverkehr verfahren werden. Da endet mal einfach so die Fahrbahn.“

Einfädelspur einrichten

Sein Lösungsvorschlag lautet: „Erforderlich ist eine rechtzeitig vor Ende des Weges hergestellte Spur zur Einfädelung des Radverkehrs vom Bordsteinradweg in den Verkehr auf der Fahrbahn.“ Doch das ist hier „leider nicht für nötig erachtet worden, was die Geringschätzung Radfahrender und ihrer Bedürfnisse zeigt“. Und nicht nur das: „Die jetzige Situation wird Fehlverhalten provozieren“, sieht der Fahrrad-Experte voraus.

Seiner Einschätzung und seinen Erfahrungen nach, „wird die Fahrt künftig dennoch fortgesetzt, dann aber auf dem Gehweg, das Verkehrszeichen 239 damit missachtet“. Außerdem „werden Radfahrende auf die linksseitigen Bordsteinwege wechseln“, also am Gymnasium vorbeifahren, „was verboten ist“, da sie sich hier entgegen der Fahrtrichtung bewegen. Hartig warnt davor: „Beide Verhaltensweisen bergen beträchtliche Gefahren.“

Fünf Forderungen

Deshalb schlägt er vor: „Nach unseren Erfahrungen sollte in diesem Abschnitt der Lindenstraße wie folgt verfahren werden:

1. Der Bordsteinweg entlang der Grünanlage Alter Friedhof wird ab Notpforte bis Grete-Minde-Straße als Gehweg ausgewiesen.

2. Die Querung der Notpforte wird als Radverkehrsfurt markiert und mit sich anschließendem Schutzstreifen auf die Fahrbahn geführt.

3. Sollte die Tempo-30-Anordnung bereits ab Notpforte gelten.

4. Die Verkehrsregelung muss durch die Behörden öffentlich wirksam kommuniziert werden.

5. Unerlässlich sind polizeiliche Kontrollen zur Belehrung und zur Ahndung von Falschfahrern.“

Werner Hartig meldet sich nicht zum ersten Mal zu Wort. Bereits vor Monaten hatte er sich mit einer Analyse der Situationen für Fahrradfahrer in Tangermünde und den Ortsteilen an den Bürgermeister, auch den Vorsitzenden des Stadtrates und die Fraktionsvorsitzenden gewandt. Auf eine Antwort wartet er bis heute.

Anregungen ohne Reaktion

Auch hatte er mit Beginn der Bauarbeiten am Diesterweg-Gymnasium darauf aufmerksam gemacht, dass die Regelung für Fahrradfahrer in diesem Abschnitt nicht fahrradfreundlich gestaltet ist. In diesem Fall gab es ebenfalls keine Reaktion und auch keine Veränderung an den Regelungen vor Ort. Mit Blick auf die jetzt entstandene Situation im Bereich der Lindenstraße heißt es in einem Schreiben von Werner Hartig an Bürgermeister Jürgen Pyrdok: „Ich ersuche für die ADFC-Gruppe Stendal/Tangerland um Maßnahmen im obigen Sinne zur Verbesserung der Radverkehrsfreundlichkeit.“