Stendal l Die Hansestadt Stendal hatte im vergangenen Jahr für drei weitere Stellen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer beantragt – alle drei wurden abgelehnt. Für die Straßenabschnitte vor der Kindertagesstätte „Johannitersternchen“ an der Stadtseeallee, vor der Kindertagesstätte „Nordspatzen“ an der Preußenstraße und an der Bushaltestelle vor der Ganztagsgrundschule an der Röxer Straße waren „Anfragen zur Möglichkeit einer Geschwindigkeitsreduzierung gestellt worden“, teilte Stadtsprecher Philipp Krüger auf Nachfrage mit. Insbesondere wegen „der schon vorhandenen besonderen baulichen Umstände“ sei eine zusätzliche Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer nicht gerechtfertigt gewesen, gab Krüger die Begründung für die Ablehnung wieder.

Schilder und Poller bringen Sicherheit

Diese „vorhandenen Umstände“, die für Sicherheit sorgen, sind: die Ampelanlage bei den „Johannitersternchen“, die Mittelinsel, den Gehweg abgrenzende Knieholmgeländer und eine warnende Beschilderung an der Röxer Straße nahe der Ganztagsgrundschule – während der Buszeiten sind auch Schulwegbegleiter vor Ort – sowie bei den „Nordspatzen“ Poller am Gehweg und ebenfalls eine warnende Beschilderung. Weitere Anträge auf ein Tempolimit sind derzeit nicht eingereicht, so Krüger.

Auch wenn die drei aktuellen Fälle mit einer Ablehnung endeten, gibt es in Stendal schon Tempo-30-Zonen vor sozialen Einrichtungen. Einige Beispiele: Der Haupteingang der Ganztagsgrundschule an der Goethestraße und das Jenny-Marx-Seniorenheim in der benachbarten Blumenthalstraße liegen in Tempo-30-Bereichen. Für die Stadtseeallee gilt auf Höhe der Juri-Gagarin-Grundschule von montags bis freitags von 7 bis 16 Uhr die Begrenzung auf 30 Stundenkilometer. Gleiches gilt auch für die Moltkestraße auf Höhe der Querung zwischen den Häusern A und B des Winckelmann-Gymnasiums.

Nachdem seit Oktober 2017 Kommunen in einem vereinfachten Verfahren die Geschwindigkeitsbegrenzung vor sozialen Einrichtungen beantragen können, gab es im Landkreis Stendal vier Anträge bei der Unteren Verkehrsbehörde:

● Begrenzt werden soll die Geschwindigkeit vor der Kindertagesstätte in Schönberg. Dieser Antrag ist noch in Bearbeitung. „Da befinden wir uns in der Beratungsphase“, teilte Kreissprecherin Angela Vogel mit.

● Einen Antrag gibt es zudem für eine Schulwegsicherung, der noch nicht entschieden ist. Dabei handelt es sich um eine von der Kommune beabsichtigte Tempo-30-Zone in Kannenberg. „Nach Rücksprache mit der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck ist die Beratungsphase noch nicht beendet. Eine Anordnung erfolgte noch nicht“, so die Kreissprecherin.

● Wegen laufender Bauarbeiten ist ein Antrag für eine Tempo-30-Zone vor dem Altenpflegeheim „Neue Heimat“ in Bismark, Holzhausener Straße, noch in Bearbeitung.

● Eine positive Entscheidung hat es aber schon für einen Antrag aus Havelberg gegeben. Für den Bereich vor dem evangelischen Seniorenzen­trum an der Neustädter Straße liegt eine befristete Anordnung für 30 Stundenkilometer vor, die zunächst bis Juni 2018 erteilt worden ist.